{"id":227,"date":"2017-11-20T19:58:15","date_gmt":"2017-11-20T18:58:15","guid":{"rendered":"http:\/\/romanistisches-kolloquium.de\/dlv\/?page_id=227"},"modified":"2017-11-20T19:58:15","modified_gmt":"2017-11-20T18:58:15","slug":"eroeffnungsrede-des-praesidenten","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/lusitanistentage\/muenchen-2009\/eroeffnungsrede-des-praesidenten\/","title":{"rendered":"Er\u00f6ffnungsrede des Pr\u00e4sidenten"},"content":{"rendered":"<h3><b>Rede des Pr\u00e4sidenten des Deutschen Lusitanistenverbandes,<\/b><\/h3>\n<p class=\"bodytext\"><b>Prof. Dr. Claudius Armbruster,<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>zur Er\u00f6ffnung des 8. Deutschen Lusitanistentages an der<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t (LMU) M\u00fcnchen, 2.September 2009<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\"><span lang=\"PT-BR\">S. E. o Embaixador de Cabo Verde em Berlim<\/span><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Senhor Jorge Homero Tolentino Ara\u00fajo<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">S. E. o Embaixador de Portugal em Berlim<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Senhor Jos\u00e9 Caetano da Costa Pereira<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">S.E. a Conselheira de Imprensa da Embaixada de Angola<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Senhora Sara Fialho<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Sehr geehrter Herr Stadtrat Dr. Reinhard Bauer, Vertreter der Stadt M\u00fcnchen<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Liebe Lusitanistinnen und Lusitanisten,<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Ich freue mich, Sie zur Er\u00f6ffnung des 8. Deutschen Lusitanistentages hier in der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t (LMU) begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen. Mein Dank gilt zun\u00e4chst der Universit\u00e4t, dem Institut f\u00fcr Romanische Philologie und den Kolleginnen Frau Privatdozentin Dr. Annette Endruschat und Frau Privatdozentin Dr. Barbara Sch\u00e4fer-Prie\u00df und dem gesamten Organisationsteam f\u00fcr die Vorbereitung unserer Tagung, bei der mehr als 150 Vortr\u00e4ge gehalten werden und mehr als 180 Luistanistinnen und Lusitanisten teilnehmen. Ein herzlicher Dank gilt dem Instituto Cam\u00f5es (IC), der Fundacao Calouste Gulbenkian (FCG) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die durch ihre finanzielle Unterst\u00fctzung, auf die wir uns nun schon seit fast zwei Jahrzehnten verlassen k\u00f6nnen, die Tagung nachhaltig f\u00f6rdern und unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Der 8. Deutschen Lusitanistentag vervollst\u00e4ndigt sozusagen die lusitanistische Deutschlandkarte um den Freistaat Bayern. Unsere Tagungen haben nun nach Berlin, Jena, Trier, Mainz\/Germersheim, Rostock Leipzig und K\u00f6ln den S\u00fcden der Republik, Bayern und M\u00fcnchen, erreicht und hier einen neuen Teilnehmerrekord aufgestellt, der zeigt, wie lebendig unser Fachgebiet und nat\u00fcrlich auch wie attraktiv die Stadt M\u00fcnchen f\u00fcr viele lusitanistsiche Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland ist. Viele der Lusitanistentage fanden im Norden und Osten Deutschlands statt. Dabei zeigten die DLV-Tagungen in Rostock und Leipzig, wie schnell in der deutschen Lusitanistik zusammenwuchs, was zusammengeh\u00f6rt. Nach dem 7. Deutschen Lusitanistentag, der an meiner Universit\u00e4t zu K\u00f6ln, also im Westen der Bundesrepublik Deutschland stattfand, konnte der DLV seinen 8. Deutschen Lusitanistentag an der LMU M\u00fcnchen veranstalten und damit erstmals tief in den S\u00fcden Deutschlands vordringen, in den Freistaat Bayern und die Stadt M\u00fcnchen, wo seit Jahrhunderten Beziehungen zu den portugiesischsprachigen L\u00e4ndern und Kulturen existieren, die nun auch eine neue Visibilit\u00e4t erlangen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Vielleicht ist dieser lusitanistische Weg gen S\u00fcden im Jahr 2009 auch noch nicht zu Ende, denn der Deutsche Lusitanistenverband, dies zeigt seine Mitgliederstruktur und dies zeigt auch die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Tagung, versteht sich als Organ und Verband aller deutschsprachigen Lusitanistinnen und Lusitanisten, also auch der Kolleginnen und Kollegen in der Schweiz und in \u00d6sterreich. So w\u00e4ren Wien und seine Universit\u00e4t ein wunderbarer Ort f\u00fcr den n\u00e4chsten Lusitanistentag und zugleich eine weitere Br\u00fccke der deutschsprachigen Lusitanistik etwa auch zur Lusitanistik Osteuropas.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Erlauben Sie mir als Brasilianist aus der deutschen Karnevalshochburg K\u00f6ln die ansonsten fast klischeehafte Anmerkung, dass f\u00fcr Brasilianerinnen und Brasilianer die Erinnerung an \u00d6sterreich und Wien und die erste Kaiserin Maria Leopoldine allj\u00e4hrlich im Karneval lebendig wird, wenn die Escola de Samba Imperatriz Leopoldinense in das Karnevalsstadion von Rio de Janeiro, das Samb\u00f3dromo einzieht. Vielleicht denken sie auch an Wien, wenn sie Stefan Zweigs\u00a0<i>Brasilien Ein Land der Zukunft<\/i>\u00a0lesen oder einen Sohn auf den Namen Mozart taufen. Doch ist Wien noch Zukunftsmusik und lassen Sie mich deshalb zu der beeindruckenden Gegenwart des 8. Deutschen Lusitanistentages in M\u00fcnchen zur\u00fcckkommen: Die Breite und die Originalit\u00e4t der Vortr\u00e4ge zeigt die kreative und produktive Vielfalt unserer Forschungsans\u00e4tze und die Weite unseres Forschungsfeldes mit seinen Teildisziplinen Afrolusitanistik, Brasilianistik und Portugalistik. In der Sprachwissenschaft haben neben der weiterhin lebendigen Basis der historischen und systematischen Linguistik im Zeitalter der Globalisierung die Diversit\u00e4t und die reiche Vielfalt der portugiesischsprachigen Welt einen wichtigen Platz eingenommen. Dies zeigen Vortr\u00e4ge zum\u00a0<i>Crioulo caboverdiano<\/i>\u00a0in Mindelo und Santiago, \u00fcber den Sprachgebrauch und die Sprachwahl im\u00a0<i>Portugu\u00eas Mo\u00e7ambicano<\/i>\u00a0(PM), \u00fcber die\u00a0<i>verba dicendi<\/i>\u00a0zum Ausdruck von Evidentialit\u00e4t in Texten des kolonialen Amazoniens, zum Portugiesischen in Daman (Indien) bis zur Corpora-Erstellung der jugendsprachlichen Variet\u00e4t in Portugal und zu den<i>\u00a0<\/i>Argumenten der Sprachwahl in kapverdisch-portugiesischen Raptexten aus Lissabon. Erstmals nehmen Teilnehmerinnen aus Mosambik am Lusitanistentag aktiv teil.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Auch in den Literatur- und Kulturwissenschaften kommt die interkontinentale Dimension der Lusitanistik zum Tragen: Von Goa bis Angola, von Lisboa und S\u00e3o Paulo bis Santiago (Cabo Verde) und Santiago de Compostala reicht das literaturgeographische Spektrum, von Machado de Assis und E\u00e7a de Queir\u00f3s bis zu Jos\u00e9 Saramago, Jos\u00e9 Eduardo Agualusa und Antonio Tabucchi die Reihe der untersuchten Autoren, um nur einige Beispiele zu nennen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Thematisch liegt ein Schwerpunkt auf den Kontexten \u201eLiebe und Sexualit\u00e4t\u201c, auf \u201epaix\u00e3o e perdi\u00e7\u00e3o\u201c. Die Beitr\u00e4ge beginnen auf diesem Feld bei der Liebeslyrik des Mittelalters und reichen \u00fcber Cam\u00f5es und die\u00a0 Liebe, Leidenschaft und Treulosigkeit bei Machado de Assis bis zu den marginalen Diskursen im Hip Hop von S\u00e3o Paulo. Erstmals konzentriert sich eine Sektion ganz auf Schriftstellerinnen im lusophonen Afrika.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Nicht nur Interkontinentalit\u00e4t sondern auch Intermedialit\u00e4t spielt in der modernen Lusitanistik eine gro\u00dfe Rolle: Von\u00a0<i>Iracema<\/i>\u00a0in Film und Literatur bis zu Funktion und \u00c4sthetik der Urbanit\u00e4t in der modernen portugiesischen Popul\u00e4rmusik, von D\u00e4monen, Trickstern und Exus im brasilianischen Theater der fr\u00fchen Neuzeit bis zum\u00a0<i>Teatro do Negro\u00a0<\/i>im 21. Jahrhundert, von der soziologisch orientierten Analyse der avantgardistischen Kunst H\u00e9lio Oiticicas bis zur Untersuchung der Favelas Rio de Janeiros im brasilianischen Gegenwartskino reicht das Spektrum der Vortr\u00e4ge in verschiedenen Sektionen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">In den durch die tief greifenden Ver\u00e4nderungen der deutschen Universit\u00e4tslandschaft gepr\u00e4gten schwierigen Rahmenbedingungen kann die Lusitanistik nur pr\u00e4sent bleiben, wenn sie ausgehend von ihren Kerndisziplinen Literaturwissenschaft und Lingusitik auch inter- und transdisziplin\u00e4r den Kontakt zu und die Zusammenarbeit mit anderen F\u00e4chern sucht, vor allem, aber nicht nur in den Kultur- und Sozialwissenschaften. Ich denke, dass unsere Tagung beweisen kann, dass die deutschsprachige Lusitanistik gut aufgestellt ist und ihren Teil dazu beitr\u00e4gt, dass die strategische Position des Portugiesischen als Weltsprache auch in den deutschsprachigen L\u00e4ndern mehr Visibilit\u00e4t und Skripturalit\u00e4t gewinnt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Ich w\u00fcnsche allen ausgehend vom 8. Deutschen Lusitanistentag eine gute Zusammenarbeit, neue Perspektiven f\u00fcr die Forschung und Lehre und bereichernde Diskussionen und Kontakte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\">Claudius Armbruster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede des Pr\u00e4sidenten des Deutschen Lusitanistenverbandes, Prof. Dr. Claudius Armbruster, zur Er\u00f6ffnung des 8. Deutschen Lusitanistentages an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t (LMU) M\u00fcnchen, 2.September 2009 S. E. o Embaixador de Cabo Verde em Berlim Senhor Jorge Homero Tolentino Ara\u00fajo S. 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