{"id":241,"date":"2017-11-20T20:04:27","date_gmt":"2017-11-20T19:04:27","guid":{"rendered":"http:\/\/romanistisches-kolloquium.de\/dlv\/?page_id=241"},"modified":"2017-11-20T20:04:27","modified_gmt":"2017-11-20T19:04:27","slug":"migration-und-exil","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/lusitanistentage\/hamburg-2013\/migration-und-exil\/","title":{"rendered":"Migration und Exil"},"content":{"rendered":"<div class=\"csc-header csc-header-n1\">\n<h1 class=\"csc-firstHeader\">Migration und Exil<\/h1>\n<\/div>\n<h1>Themenbeschreibung des 10. Deutschen Lusitanistentages<\/h1>\n<p class=\"bodytext\">Der 10. Lusitanistentag hat sich unter dem Rahmenthema\u00a0<i>Migration und Exil<\/i>\u00a0das ehrgeizige Ziel gesteckt, in Hamburg, \u201eder angeblich \u201aportugiesischsten\u2018 Stadt in Deutschland\u201c (Michael Studemund-Halevy,\u00a0<i>Portugal in Hamburg<\/i>, S. 24), die portugiesischsprachige Literatur, Kultur und Linguistik in ihrer schillernden Vielfalt einem breiten akademischen Publikum, aber auch der gro\u00dfen lusophonen bzw. lusophilen Gemeinde Hamburgs zu pr\u00e4sentieren und zug\u00e4nglich zu machen. Sein anspruchsvolles, sowohl internationales als auch im besten Wortsinn inter- und sogar transdisziplin\u00e4res Programm soll Wissenschaftlern aus der ganzen Welt eine Plattform bieten, die laufenden wissenschaftlichen Debatten auf dem weiten Feld der Lusitanistik nicht nur vorzustellen, sondern auch voranzubringen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Kontinenten, in denen Portugiesisch gesprochen wird \u2013 mithin Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika \u2013 werden sich in Hamburg versammeln, um unter dem Rahmenthema\u00a0<i>Migration und Exil<\/i>\u00a0einen \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Entwicklung in traditionelleren ebenso wie in innovativen Forschungsans\u00e4tzen, -perspektiven und -methoden zu geben. Zu dieser in der deutschsprachigen Lusitanistik einzigartigen Gro\u00dfveranstaltung werden voraussichtlich mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Mit\u00a0<i>Migration und Exil<\/i>\u00a0wurde ein Dach gefunden, unter dem sich die Sprach-, Literatur- und Landes- bzw. Kulturwissenschaften ebenso problemlos wiederfinden k\u00f6nnen, wie angrenzende Gebiete mit geschichts-, politik-, sozial- oder kunstwissenschaftlichen Interessen. Selbstverst\u00e4ndlich ist hier auch Raum f\u00fcr medienwissenschaftliche Fragestellungen aus dem Bereich Presse, Film, Fernsehen Theater oder dem weltweiten Netz.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Seit 1995 findet der Deutsche Lusitanistentag in einem zweij\u00e4hrigen Rhythmus an Universit\u00e4ten im deutschsprachigen Raum statt, zuletzt in M\u00fcnchen (2009) und Wien (2011). Mit Hamburg wurde diesmal ein Ort gew\u00e4hlt, der schlie\u00dflich auch das Thema der Veranstaltung in gewisser Weise beeinflusst hat. Besonders hier sind die Beziehungen zu Portugal schon seit dem 15.\/16. Jahrhundert, als j\u00fcdische Glaubensfl\u00fcchtlinge aus Portugal in Hamburg eine neue Heimat fanden, aber auch seit der \u00f6konomisch oder politisch motivierten Gastarbeiterwelle der 1960er Jahre sehr vielf\u00e4ltig und intensiv. Das schl\u00e4gt sich nicht nur nieder in einem \u201aPortugiesenviertel\u2018 oder dem \u201aPortugiesenfriedhof\u2018, sondern auch in der Tatsache, dass die Hamburger Romanistik seit ihrem Bestehen auch das Portugiesische in ihrem Lehr- und Forschungsprofil verankerte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Hamburg k\u00f6nnte deshalb zu einem Ort werden, der dem Thema\u00a0<i>Migration und Exil<\/i>\u00a0in besonderer Weise gerecht wird und dies nat\u00fcrlich nicht nur aus portugiesischer Perspektive; auch zu Zeiten des brasilianischen\u00a0<i>Estado Novo<\/i>\u00a0unter Get\u00falio Vargas und sp\u00e4ter w\u00e4hrend der Milit\u00e4rherrschaft wurden viele brasilianische Schriftsteller und Intellektuelle ins Exil gezwungen. Im portugiesischen Sprachraum wird Migration im Prinzip immer zusammengedacht mit der Geschichte der Entdeckungen, was sowohl eine historische als auch eine r\u00e4umliche Tiefendimension des Themas er\u00f6ffnet, das neben dem Exil zwischen freiwilliger oder unfreiwilliger Emigration, Immigration, aber auch Remigration oszilliert (man denke etwa an die\u00a0<i>retornados<\/i>\u00a0nach dem Ende des portugiesischen Kolonialreichs). Dadurch k\u00f6nnte der Blick gesch\u00e4rft werden f\u00fcr die Diskussion \u00fcber das Gemeinsame und das Trennende, das Eigene und das Fremde von Kulturen, deren gemeinsame Basis die portugiesische Sprache ist, die innerhalb der so genannten Lusophonie immer noch lebhaft gef\u00fchrt wird. Daneben muss aber auch hervorgehoben werden, dass die konkreten Erfahrungen von\u00a0<i>Migration oder Exil<\/i>in vielerlei Hinsicht (sprachlich, kulturell, anthropologisch, soziologisch, psychologisch usw.) v.a. das Verh\u00e4ltnis des Individuums zur Gesellschaft ber\u00fchren und letztlich auf die gleichen existenziellen Fragen zur\u00fcckwerfen, die der conditio humana inh\u00e4rent sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Alle am Portugiesischen Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an den wissenschaftlichen Diskussionen, die sich diesen Problemen unter unterschiedlichen Fragestellungen n\u00e4hern, zu beteiligen und am 10. Lusitanistentag in Hamburg aktiv teilzunehmen, wobei wir einerseits zu ber\u00fccksichtigen bitten, dass sich das Rahmenthema in den Sektionstiteln spiegeln sollte, andererseits hervorheben wollen, dass neben sprach- und literaturwissenschaftlichen Beitr\u00e4gen auch solche aus den Kultur- und Medienwissenschaften willkommen sind wie auch solche aus angrenzenden Gebieten mit geschichts-, politik- oder sozial- oder kunstwissenschaftlichen Fragestellungen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Martin Neumann<\/i>, Hamburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Migration und Exil Themenbeschreibung des 10. Deutschen Lusitanistentages Der 10. 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