{"id":255,"date":"2017-11-20T20:08:10","date_gmt":"2017-11-20T19:08:10","guid":{"rendered":"http:\/\/romanistisches-kolloquium.de\/dlv\/?page_id=255"},"modified":"2017-11-20T20:08:10","modified_gmt":"2017-11-20T19:08:10","slug":"portraet-der-aachener-lusitanistik","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/lusitanistentage\/aachen-2015\/portraet-der-aachener-lusitanistik\/","title":{"rendered":"Portr\u00e4t der Aachener Lusitanistik"},"content":{"rendered":"<div class=\"csc-header csc-header-n1\">\n<h1 class=\"csc-firstHeader\">Portr\u00e4t der Aachener Lusitanistik<\/h1>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-center csc-textpic-above\">\n<div class=\"csc-textpic-imagewrap\">\n<dl class=\"csc-textpic-image csc-textpic-firstcol csc-textpic-lastcol\">\n<dt><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.lusitanistenverband.de\/uploads\/pics\/Aachener_Dom3.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"336\" border=\"0\" \/><\/dt>\n<dd class=\"csc-textpic-caption\">Aachener Dom<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">Mit der Besetzung einer Professur f\u00fcr ibero-romanische Literaturen im Jahre 1978 trat die Lusitanistik in Aachen an die Seite der bis dahin dort gepflegten franz\u00f6sischen, spanischen, italienischen und rum\u00e4nischen Sprachen und Kulturen. Die Sprachvermittlung geschah zun\u00e4chst als Lehrauftrag, bis 1983 ein portugiesisches Lektorat durch das Instituto de Alta Cultura (Instituto Cam\u00f5es) eingerichtet und finanziert wurde. Das wissenschaftliche Programm lag in der Hand der genannten Professur, die von Helmut Siepmann \u00fcbernommen wurde. Bis 2003 gab es regelm\u00e4\u00dfig ein Proseminar und ein Hauptseminar zur portugiesischen oder brasilianischen Literatur im Lehrplan des Instituts f\u00fcr Romanische Philologie der RWTH Aachen. Die Studierenden konnten die portugiesische Literatur- und Sprachwissenschaft, die von Richard Baum, dem Aachener Ordinarius f\u00fcr Romanische Philologie, in Lehre und Forschung betrieben wurde, in die F\u00e4cherauswahl der Magister- und Doktorpr\u00fcfung einbauen und auch im Staatexamen f\u00fcr das Lehramt an Gymnasien und Berufsschulen als Zusatzfach w\u00e4hlen. Die akademischen Pr\u00fcfungen im Haupt- und Nebenfach Portugiesisch konnten bis zur Promotion mit lusitanistischer Thematik bestritten werden. Es wurden auch Doktorarbeiten in portugiesischer Sprache betreut und von der Philosophischen Fakult\u00e4t angenommen. Die Lusitanistik war zudem Teil des Europa-Studiengangs der Philosophischen Fakult\u00e4t der RWTH Aachen. Dazu geh\u00f6rte vor allem die Vermittlung von kultur- und landeskundlichen Informationen.<\/p>\n<p>Die ersten Einschr\u00e4nkungen in der Bandbreite der lusitanistischen Forschung wurden mit dem Beginn des 3. Jahrtausends durchgesetzt. Die Romanistik in Aachen sollte sich auf die Lehrerbildung beschr\u00e4nken, und das bedeutete die personelle und materielle Reduzierung der Italianistik und Lusitanistik, wenngleich die Lehrenden aufgrund ihrer Kompetenz und Interessen die administrativen Hindernisse immer umgehen konnten.<\/p>\n<p>Die Lehre und Forschung in der Lusitanistik Aachen wurde regelm\u00e4\u00dfig erg\u00e4nzt durch die Anwesenheit von Gastdozenten aus Rio de Janeiro und Fortaleza (Cear\u00e1) sowie eine Vielzahl von Gastvortr\u00e4gen, die entweder vom Instituto Cam\u00f5es oder durch die Zusammenarbeit mit dem Portugiesisch-Brasilianischen Institut der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln erm\u00f6glicht wurden.<\/p>\n<p>Durch personelle Verflechtung konnten viele Aktivit\u00e4ten der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr die Afrikanischen Staaten Portugiesischer Sprache (DASP) in Aachen durchgef\u00fchrt werden, so dass Afrika und die portugiesischsprachigen Literaturen des afrikanischen Kontinents nach der Unabh\u00e4ngigkeit der afrikanischen L\u00e4nder in Aachen pr\u00e4sent waren. Die Gr\u00fcndung des DASP-Instituts Brasilien-Afrika-Portugal (BAP), das jetzt von Anne Begenat-Neusch\u00e4fer geleitet wird, ist Ausdruck der Weltoffenheit der Aachener Lusitanistik.<\/p>\n<p>Das ungl\u00fcckliche Zusammentreffen von Einschr\u00e4nkungen, die die Technische Hochschule Aachen dem Fach Lusitanistik auferlegte, mit Sparma\u00dfnahmen, die das Instituto Cam\u00f5es unter der Pr\u00e4sidentin Stock zur Beendigung der Lektorenfinanzierung durchsetzte, f\u00fchrte zu einem anf\u00e4nglichen R\u00fcckschlag, der aber durch die Anstrengungen von Anne Begenat-Neusch\u00e4fer wettgemacht wurde. So konnte ein Vertrag mit dem Instituto Cam\u00f5es geschlossen werden, der bis zur Stunde den portugiesischen Sprachunterricht absichert. Ferner wurden vor allem aus der Perspektive der Technischen Hochschule Kontakte nach Brasilien hergestellt und Kooperationsvertr\u00e4ge abgeschlossen (UFRJ, USP, Mackenzie S\u00e3o Paulo, Bras\u00edlia); Beziehungen zu Mosambik und Angola sind angebahnt. Im WS 2013\/14 wurde erstmals eine Mercator-Professur durch die DFG gef\u00f6rdert, an die im kommenden WS 2014\/15 angekn\u00fcpft werden soll. So ist eine intensive internationale Zusammenarbeit mit Universit\u00e4ten und Lehrenden in drei Kontinenten entstanden. Die Implementierung der Lusitanistik in technischen und wirtschaftlichen Studieng\u00e4ngen der RWTH Aachen wird angestrebt. In Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Leiter des Instituts f\u00fcr Baugeschichte, Michael Jansen, dem Sultanat Oman und der Universidade Nova de Lisboa konnte eine erste, 16 B\u00e4nde umfassende Reihe von Faksimiledrucken portugiesischer Quellen zur Geschichte des Sultanats Oman herausgegeben werden. Die Unternehmung wird mit der Transkription der Quellen und deren \u00dcbersetzung ins Englische und Arabische fortgesetzt. Derzeit wird die Lehre in der Literaturwissenschaft durch zwei Professoren und einen Nachwuchswissenschaftler mitvertreten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Portr\u00e4t der Aachener Lusitanistik Aachener Dom Mit der Besetzung einer Professur f\u00fcr ibero-romanische Literaturen im Jahre 1978 trat die Lusitanistik in Aachen an die Seite der bis dahin dort gepflegten franz\u00f6sischen, spanischen, italienischen und rum\u00e4nischen Sprachen und Kulturen. 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