{"id":62,"date":"2017-11-18T18:13:32","date_gmt":"2017-11-18T17:13:32","guid":{"rendered":"http:\/\/romanistisches-kolloquium.de\/dlv\/?page_id=62"},"modified":"2017-11-20T19:30:11","modified_gmt":"2017-11-20T18:30:11","slug":"zum-stand-der-lusitanistischen-sprachwissenschaft","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/was-ist-lusitanistik\/zum-stand-der-lusitanistischen-sprachwissenschaft\/","title":{"rendered":"Zum Stand der lusitanistischen Sprachwissenschaft"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Eberhard G\u00e4rtner (Leipzig)<\/p>\n<h1><b>Einige Bemerkungen zu Stand und Aufgaben der lusitanistischen Sprachwissenschaft<\/b><\/h1>\n<p class=\"bodytext\">\n<p class=\"bodytext\"><b>1 Zur internationalen Bedeutung<br \/>\nder portugiesischen Sprache<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Gegenstand der lusitanistischen Sprachwissenschaft ist die wissenschaftliche Beschreibung und Erkl\u00e4rung der Entstehung des Portugiesischen aus dem Lateinischen und seiner Entwicklung, die Herausbildung seiner diatopischen, diastratischen, diaphasischen, diamedialen und anderer Variet\u00e4ten, deren Beschreibung aus systemtheoretischer Sicht sowie die Analyse der Entwicklung der Methoden seiner wissenschaftlichen Beschreibung im wissenschaftsgeschichtlichen Kontext der Entwicklung der allgemeinen Sprachtheorie.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>***<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Lusitanistik besch\u00e4ftigt sich mit einer Sprache, die heute auf vier Kontinenten von etwa 200 Millionen Menschen gesprochen wird. In Portugal und Brasilien, dem gr\u00f6\u00dften &#8216;romanischsprachigen&#8217; Land, ist Portugiesisch die einzige Muttersprache der gesamten Bev\u00f6lkerung.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_1_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(1)<\/sup><\/a>\u00a0In Mosambik und Angola ist es die offizielle Staatssprache, und die Zahl der Sprecher, die Portugiesisch als Zweitsprache sprechen, nimmt st\u00e4ndig zu. In Guinea-Bissau, auf den Kapverden, auf S\u00e3o Tom\u00e9 und Pr\u00edncipe, wo Kreolsprachen als supratribales Kommunikationsmittel verwandt werden, ist es ebenfalls offizielle Sprache, vor allem im Verkehr mit dem Ausland. Schlie\u00dflich gibt es in Asien, unter anderem in Indien (Goa), in Indonesien (Ost-Timor) und in China (Macau), noch lusophone Kommunikationsgemeinschaften.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die portugiesischsprachigen L\u00e4nder haben in der Vergangenheit ganz unterschiedliche Rollen in der internationalen Staatengemeinschaft gespielt. Entsprechend unterschiedlich war die Rolle des Portugiesischen als Kommunikationsmittel dieser L\u00e4nder.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>***<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Portugal, das durch seine \u00fcberseeische Expansion und die gro\u00dfen geographischen Entdeckungen im 15. und 16. Jahrhundert das mittelalterliche Weltbild entscheidend ver\u00e4ndert und eine neue Epoche der Weltgeschichte eingeleitet hatte, verlor Ende des 16. Jahrhunderts nicht nur diese F\u00fchrungsrolle an die Niederlande und England, sondern f\u00fcr sechzig Jahre (1580-1640) auch die nationale Selbst\u00e4ndigkeit an die spanische Krone. Nach der Wiedergewinnung seiner staatlichen Unabh\u00e4ngigkeit (1640) bis zur Nelkenrevolution 1974 blieb die Au\u00dfenpolitik Portugals, das in Europa nur einen Alliierten, das seit 1383 als Schutzmacht vor allem gegen Kastilien\/Spanien fungierende England, hatte, auf seine Kolonien in Amerika (Brasilien), Afrika und die Reste seines Kolonialreiches in Asien (z.\u00a0B. Goa, Dam\u00e3o, Diu in Indien, Ost-Timor, Macau) gerichtet. Nach der Unabh\u00e4ngigkeit Brasiliens (1822) waren es neben den asiatischen besonders die afrikanischen Kolonien, die als sogenannte \u00dcberseeprovinzen eines multikontinentalen Portugal dessen wirtschaftliches und politisches \u00dcberleben ohne mehr als die notwendigsten Verbindungen zu Europa (Mitgliedschaft in NATO und EFTA) sichern sollten.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_2_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(2)<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Erst die Nelkenrevolution vom 25. April 1974 und der damit verbundene Wegfall der gesicherten Absatzgebiete, eine realistische Einsch\u00e4tzung der neuen Beziehungen zu den ehemaligen Kolonien und zu Portugals europ\u00e4ischen Nachbarn, insbesondere zu Spanien und Gro\u00dfbritannien, brachten die portugiesische Au\u00dfenpolitik zur Aufgabe der jahrhundertelangen Isolation und zu einer Wiederann\u00e4herung an Europa,<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_3_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(3)<\/sup><\/a>\u00a0die mit dem Beitritt zur Europ\u00e4ischen Union am 1. Januar 1986 ihre formale Vollendung fand. Der EU-Beitritt Portugals hat zu einer Ver\u00e4nderung seiner Au\u00dfenhandelsstruktur gef\u00fchrt. Deutschland, das bereits vor Portugals EU-Beitritt intensive Handelsbeziehungen mit Portugal hatte, ist zum wichtigsten Zielland f\u00fcr portugiesische Produkte aufgestiegen,<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_4_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(4)<\/sup><\/a>\u00a0wobei insbesondere das Erstarken des Kraftfahrzeugbaus und die Produktion elektrotechnischer Erzeugnisse in Portugal eine Rolle spielen.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_5_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(5)<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Da\u00df Portugal seit seiner Entstehung im 12. Jahrhundert eine reiche Kultur, darunter auch eine beachtliche Literatur in portugiesischer Sprache hervorgebracht hat, ist in Deutschland au\u00dferhalb enger Fachkreise bisher viel zu wenig beachtet worden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>***<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Brasilien, von 1500 bis 1822 portugiesische Kolonie, hat seit seiner Gr\u00fcndung als unabh\u00e4ngiger Staat seine internationale Position st\u00e4ndig ausgebaut und ist heute als sogenanntes Schwellenland infolge der fortschreitenden Industrialisierung und der daraus resultierenden, st\u00e4ndig zunehmenden Diversifizierung seiner Exportwirtschaft, insbesondere der steigenden Pr\u00e4senz auch technologisch anspruchsvoller Industrieprodukte<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_6_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(6)<\/sup><\/a>\u00a0nicht nur ein wichtiger Au\u00dfenhandelspartner Deutschlands bzw. der EU, sondern steht auch als Investitionsland f\u00fcr die deutsche Wirtschaft in Lateinamerika an zweiter Stelle hinter Mexiko<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_7_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(7)<\/sup><\/a>\u00a0und ist der wichtigste Partner der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit in Lateinamerika.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_8_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(8)<\/sup><\/a>\u00a0Auch auf kulturellem Gebiet hat Brasilien bedeutende Leistungen in portugiesischer Sprache hervorgebracht, die in Deutschland noch viel zu wenig rezipiert worden sind, nicht zuletzt wohl infolge des insgesamt noch unzul\u00e4nglichen Lehrangebots f\u00fcr die Erlernung des Portugiesischen und die geradezu stiefm\u00fctterliche Behandlung des Portugiesischen an traditionellen Romanischen Seminaren, die kleineren Sprachen wie dem Italienischen bisher weit mehr Raum einr\u00e4umten als der Weltsprache Portugiesisch.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>***<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Nach der Unabh\u00e4ngigkeit Brasiliens und besonders nach der Aufteilung Afrikas auf der Berliner Konferenz (1885) konzentrierte sich die portugiesische Au\u00dfenpolitik, wie bereits erw\u00e4hnt, auf die verbliebenen Kolonien in Afrika. Es begannen die Inbesitznahme des Landesinneren des heutigen Angola und Mosambik sowie eine st\u00e4rkere Auswanderung portugiesischer Kolonisten vor allem in diese L\u00e4nder. In diese Zeit f\u00e4llt auch die st\u00e4rkere Verbreitung des Portugiesischen zumindest unter der st\u00e4dtischen Bev\u00f6lkerung. Nach der Erlangung der Unabh\u00e4ngigkeit 1975 haben diese Staaten das Portugiesische als offizielle Sprache beibehalten und (z.\u00a0B. in Mosambik, wo es wegen der Vielzahl afrikanischer Sprachen im Land von der Befreiungsbewegung FRELIMO als supratribales Kommunikationsmittel und als Mittel im Kampf gegen Tribalismus eingesetzt wurde,) auch zur Grundlage der Alphabetisierung gemacht. Auf S\u00e3o Tom\u00e9 und Pr\u00edncipe, den Kapverden und in Guinea-Bissau, wo sich portugiesischbasierte Kreolsprachen zur Nationalsprache entwickelt haben bzw. entwickeln, dient Portugiesisch vor allem als Mittel in der internationalen Kommunikation.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>***<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die wichtigsten lusophonen Kommunikationsgemeinschaften in Asien finden sich heute in den ehemaligen portugiesischen Besitzungen in Indien, vor allem in Goa, in dem von Indonesien beherrschten Ost-Timor sowie in Macau, das Ende dieses Jahres von China \u00fcbernommen wird. Die gemeinsame portugiesisch-chinesische Erkl\u00e4rung \u00fcber die Zukunft Macaus sieht die Schaffung einer Besonderen Verwaltungsregion Macau f\u00fcr f\u00fcnfzig Jahre vor, f\u00fcr die unter anderem auch der offizielle Gebrauch des Portugiesischen festgeschrieben ist. Ein spezielles, seit 1987 laufendes \u00abProgramm zum Studium in Portugal\u00bb soll der Heranbildung von zweisprachigen Beamten und der F\u00f6rderung des Bilinguismus in Macau dienen.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_9_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(9)\u00a0<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>***<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die sieben portugiesischsprachigen L\u00e4nder Europas, Amerikas und Afrikas haben sich am 17. Juli 1996 zur\u00a0<i>Comunidade dos Pa\u00edses de L\u00edngua Portuguesa<\/i>\u00a0(CPLP), einer vor allem auf der kulturellen und sprachlichen Gemeinsamkeit basierenden, dem Commonwealth \u00e4hnlichen Gemeinschaft zusammengeschlossen, deren Ziele erstens im abgestimmten politisch-diplomatischen Auftreten der Mitgliedsl\u00e4nder auf internationaler Ebene, insbesondere mit dem Ziel der St\u00e4rkung ihrer Pr\u00e4senz in internationalen Foren, zweitens in der Zusammenarbeit vor allem auf wirtschaftlichem, sozialem, kulturellem, juristischem und wissenschaftlich-technischem Gebiet sowie drittens in der Durchf\u00fchrung von Projekten zur F\u00f6rderung und Verbreitung der portugiesischen Sprache<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_10_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(10)<\/sup><\/a>\u00a0bestehen. Organe der CPLP sind das alle zwei Jahre stattfindende Gipfeltreffen, ein aus den Au\u00dfenministern der sieben L\u00e4nder bestehender Ministerrat, ein Komitee f\u00fcr st\u00e4ndige Zusammenarbeit sowie ein Exekutivsekretariat.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_11_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(11)<\/sup><\/a>\u00a0Das abgestimmte politisch-diplomatische Auftreten \u00e4u\u00dfert sich bereits in der gemeinsamen Forderung nach einem st\u00e4ndigen Platz Brasiliens im UN-Sicherheitsrat. Die F\u00f6rderung und Verbreitung der portugiesischen Sprache wird sich prim\u00e4r auf den Erhalt und Ausbau des Portugiesischen in Afrika (etwa durch Zusammenarbeit im Verlagswesen bei der Erstellung von Lehr- und Lernmitteln), aber auch auf die Anerkennung des Portugiesischen in internationalen Gremien richten. Voraussetzung daf\u00fcr ist unter anderem die Herbeif\u00fchrung einer einheitlichen Orthographie des Portugiesischen, die zur Zeit eine europ\u00e4ische und eine brasilianische Norm hat. Unabh\u00e4ngig davon, wie sich die Entwicklung der aufgrund der Einbindung einzelner Mitgliedstaaten in verschiedene andere internationale Vereinigungen sicher nicht unkomplizierten Zusammenarbeit innerhalb dieser Gemeinschaft im einzelnen gestaltet, ist damit zu rechnen, da\u00df die lusophonen L\u00e4nder &#8211; \u00e4hnlich wie die frankophonen und anglophonen &#8211; in Zukunft st\u00e4rker als bisher mit einer Stimme sprechen werden, und sie werden dies in portugiesischer Sprache tun.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>***<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zusammenfassend kann also festgestellt werden, da\u00df das Portugiesische von einer wachsenden Sprecherzahl in sieben politisch selbst\u00e4ndigen L\u00e4ndern auf drei Kontinenten gesprochen wird, die eine immer gr\u00f6\u00dfere wirtschaftliche, politische und kulturelle Rolle in der internationalen Staatengemeinschaft spielen. Dies hat bereits zu einer zunehmenden Bedeutung des Portugiesischen als internationalen Kommunikationsmittels gef\u00fchrt. Eine steigende Nachfrage nach portugiesischen Sprachkursen an Volkshochschulen, Universit\u00e4ten und allgemeinbildenden Schulen sowie steigende Immatrikulationszahlen f\u00fcr Lusitanistik zeigen, da\u00df die Zeichen der Zeit auch verstanden werden und Portugiesisch als zweitgr\u00f6\u00dfte romanische Sprache nach dem Spanischen in Deutschland vermehrt gelernt und studiert wird.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>2 Das Portugiesische als Gegenstand<br \/>\nlusitanistischer und romanistischer Linguistik<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Portugiesische ist eine Sprache der sogenannten Randromania und weist daher eine Reihe von Merkmalen auf, die es f\u00fcr die romanistische Sprachwissenschaft interessant machen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Sein Entstehungsgebiet ist der Nordwesten der Iberischen Halbinsel, der erst kurz vor der Zeitenwende &#8211; zweihundert Jahre nach dem Osten und S\u00fcden &#8211; von der sprachlich konservativen Provinz Baetica her erobert und wegen des starken Widerstands der vorr\u00f6mischen Bev\u00f6lkerung erst im vierten nachchristlichen Jahrhundert im Zuge der Verbreitung des Christentums relativ sp\u00e4t und wahrscheinlich nur oberfl\u00e4chlich romanisiert wurde. Im Ergebnis der Romanisierung und Latinisierung der Iberischen Halbinsel steht ein archaischer S\u00fcdwesten\/Westen einem im lautgesetzlichen Sinne progressiven Osten\/Nordosten gegen\u00fcber.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Einfall germanischer und anderer V\u00f6lkerschaften im Zuge der V\u00f6lkerwanderung bewirkte den Zusammenbruch der r\u00f6mischen Herrschaft und die Etablierung des Suebenreiches auf dem Territorium der r\u00f6mischen Provinz Gallaecia (409), das auch nach seiner Annexion durch das Westgotenreich (583\/585) bis zum Arabereinfall 711 eine relative Selbst\u00e4ndigkeit behielt. Die Folge war nicht nur die Isolierung der Halbinsel von der \u00fcbrigen Romania, was einerseits eine Abkopplung von der gesamtromanischen Entwicklung und andererseits die Ausl\u00f6sung iberoromanischer Eigenentwicklungen im hispanischen Sprechlatein beg\u00fcnstigte, sondern auch die Isolierung des Nordwestens von der \u00fcbrigen Halbinsel, was die seit der Romanisierung bestehenden archaischen Z\u00fcge im Lautsystem und in der Grammatik weiter verst\u00e4rkte und zur Herausbildung erster Merkmale der sp\u00e4teren Sprachgrenze zum Asturo-Leonesischen (und noch deutlicher zum Kastilischen, z.\u00a0B. Nichtbeteiligung an der kastilischen Diphthongierung: lat.\u00a0<i>ponte(m)<\/i>\u00a0&gt; kast.\u00a0<i>puente<\/i>\u00a0, aber port.\u00a0<i>ponte<\/i>; lat.\u00a0<i>petra(m)<\/i>\u00a0&gt; kast.\u00a0<i>piedra<\/i>, aber port.\u00a0<i>pedra<\/i>) f\u00fchrte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die arabische Eroberung der Halbinsel im Jahre 711 &#8211; nach der Romanisierung das wichtigste Ereignis f\u00fcr die Entwicklung der sprachlichen Gliederung der Halbinsel &#8211; erreichte den Nordwesten nur fl\u00fcchtig und marginal und f\u00fchrte insgesamt zu einer Nord-S\u00fcd-Trennung, welche die alte Ost-West-Trennung \u00fcberlagerte. W\u00e4hrend im S\u00fcden ein Teil der unter maurischer Herrschaft verbliebenen einheimischen Bev\u00f6lkerung, die sogenannten Mozaraber, ihren christlichen Glauben und ihre romanische Sprache auf dem Entwicklungsstand des fr\u00fchen 8. Jh. bewahrte (das im spanischen Teil der Halbinsel bruchst\u00fcckhaft \u00fcberlieferte Mozarabisch), entstehen im Norden im 8. und 9. Jh. christliche Feudalstaaten und verschiedene, mit deren Territorien grob kongruente iberoromanische Dialekte, die sich in Abh\u00e4ngigkeit von politisch-milit\u00e4rischen Umst\u00e4nden in der Folgezeit zu eigenst\u00e4ndigen Sprachen entwickeln (Galicisch-Portugiesisch, Asturo-Leonesisch, Kastilisch, Navarro-Aragonesisch und Katalanisch).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die schnelle R\u00fcckeroberung Galiciens (um 750) durch das in der westgotischen Nachfolge stehende Asturien (ab dem 10. Jahrhundert Asturien-Le\u00f3n), die Eroberung von Tuy und Porto in der zweiten H\u00e4lfte des 9. Jahrhunderts und die Wiederbesiedelung Nordportugals mit Galiciern und Leonesen konsolidierten den alten einheitlichen Kultur- und Sprachraum. Der dort zwischen dem 9. und dem 12. Jahrhundert entstehende iberoromanische Dialekt wurde als &#8216;Galicisch-Portugiesisch&#8217; bezeichnet, da er die gemeinsame, noch weitgehend einheitliche Vorstufe sowohl des Galicischen als auch des Portugiesischen darstellte. Charakteristisch f\u00fcr diesen Dialekt sind die bereits erw\u00e4hnten archaischen Merkmale, deren Zahl sich durch Nichtbeteiligung an weiteren Sprachwandelprozessen im Kastilischen (f- &gt; h-:\u00a0<i>filiu(m)<\/i>&gt;\u00a0<i>hijo<\/i>) und im Katalanischen noch erh\u00f6hte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Daneben traten nach der asturisch-leonesischen Eroberung im 8.\/9. Jahrhundert (m\u00f6glicherweise substratbedingte) phonetisch-phonologische Eigenentwicklungen, die, vom Nordwesten ausgehend, das kastilische Sprachgebiet nur in abgeschw\u00e4chter Form erreichten (lat. pl-, cl-, fl- &gt; altport. ch- [t] (<i>pluvia(m)<\/i>\u00a0&gt;\u00a0<i>chuva<\/i>,\u00a0<i>clave(m)<\/i>\u00a0&gt;\u00a0<i>chave<\/i>,\u00a0<i>flamma(m)<\/i>\u00a0&gt;\u00a0<i>chama<\/i>\u00a0; kast.\u00a0<i>lluvia<\/i>,\u00a0<i>llave<\/i>,\u00a0<i>llama<\/i>) oder ganz auf den galicisch-portugiesischen Raum beschr\u00e4nkt blieben, wie der Ausfall von intervokalischem -l- (<i>velu(m)<\/i>\u00a0&gt;\u00a0<i>v\u00e9u<\/i>\u00a0[Ende des 10. Jahrhunderts belegt] und -n- (<i>luna(m)<\/i>\u00a0&gt; (la) (11. Jahrhundert). Im Unterschied zu dem bis ins 11. Jahrhundert unter maurischer Herrschaft stehenden Gebiet s\u00fcdlich des Mondego ist im Galicisch-Portugiesischen die Wirkung des arabischen Adstrats kaum sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ausdruck des archaischen Charakters des Portugiesischen (und in etwas geringerem Ma\u00dfe der anderen iberoromanischen Sprachen) ist die relativ gro\u00dfe N\u00e4he seines phonologischen Systems, insbesondere seines Vokalismus, zum Sprechlatein der Kaiserzeit. Dies d\u00fcrfte wesentlich l\u00e4nger als im Frankenreich ein\u00a0<i>code-switching<\/i>, das wohl eher als\u00a0<i>register-switching<\/i>\u00a0empfunden worden sein d\u00fcrfte, erm\u00f6glicht haben und eine wichtige sprachimmanente Erkl\u00e4rung f\u00fcr die im Vergleich zum Franz\u00f6sischen relativ sp\u00e4te Verschriftung der iberoromanischen Sprachen sein.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Was im Frankreich die Karolingische Reform zu Beginn des 9. Jahrhunderts f\u00fcr die Bewu\u00dftwerdung des Unterschieds zwischen romanischer Volkssprache und lateinischer Schriftsprache geleistet hatte, hat auf der Iberischen Halbinsel wohl erst die Kluniazensische Reform im 11. Jahrhundert bewirkt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ende des 11. Jahrhundert kam es zur politischen Aufteilung des galicisch-portugiesischen Sprachraums in zwei voneinander politisch unabh\u00e4ngige Staatsgebilde: Galicien und die Grafschaft Portugal, welche im 12. Jahrhundert zu einem von Kastilien-Le\u00f3n unabh\u00e4ngigen K\u00f6nigreich aufstieg, das sich im 12. Jahrhundert bis an den Tejo ausdehnte und in der ersten H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts (bis 1249) den S\u00fcden eroberte. Damit war der erste europ\u00e4ische Staat in seinen heutigen Grenzen etabliert. In der Folgezeit wurde das Staatswesen auf dem gesamten Territorium organisiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In den hinzugewonnenen Gebieten wurden &#8216;Reconquistadoren&#8217; aus dem Norden angesiedelt. Dadurch kamen zwei unterschiedliche Entwicklungsstufen des Iberoromanischen des Westens der Halbinsel in Kontakt: das im Norden entstandene Galicisch-Portugiesische und das im S\u00fcden bewahrte Mozarabische. Das Ergebnis war ein Ausgleichsproze\u00df, der zur Entstehung der sogenannten Lissabonner Gemeinsprache f\u00fchrte, in der die wichtigsten Besonderheiten der verschiedenen Variet\u00e4ten des Nordens elimiert wurden, die damit Dialektstatus erhielten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Als eine Folge der Entstehung des portugiesischen Staatswesens mu\u00df wohl auch die Verschriftung des Galicisch-Portugiesischen gesehen werden, die im 12. Jahrhundert eingesetzt haben d\u00fcrfte und deren erste Zeugnisse vom Anfang des 13. Jahrhunderts \u00fcberliefert sind. Etwa zur gleichen Zeit wurde das Galicisch-Portugiesische zur Kunstsprache der Lyrik entwickelt und als solche bis um die Mitte des 14. Jahrhunderts auf der ganzen Halbinsel (auch am kastilischen Hof) gepflegt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Entwicklung der Reconquista folgend verlegten die portugiesischen K\u00f6nige ihre Residenz schrittweise nach S\u00fcden. Damit wurde der Raum Coimbra-Santar\u00e9m-Lissabon-\u00c9vora zum politischen Zentrum des Landes und der Sprachgebrauch des Ausgleichsgebiets zur Grundlage der Schriftsprache der h\u00f6fischen Kanzlei. Das stellt einen wesentlichen Unterschied zu Spanien dar, dessen Schrift- und Literatursprache sich im kastilischen Sprachgebiet (Burgos \/ Toledo) und nicht im Gebiet des kastilisch-mozarabischen Sprachkontakts im S\u00fcden entwickelte. So sind bestimmte Merkmale \u00e4lteren Sprachgebrauchs im Spanischen die Norm und im Portugiesischen dialektal, w\u00e4hrend Ergebnisse des Ausgleichsprozesses in Portugal die Norm sind und in Spanien dialektalen Status haben.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der normierende Einflu\u00df der h\u00f6fischen Kanzlei beeinflu\u00dfte seit der Mitte des 14. Jahrhunderts den schriftsprachlichen Gebrauch im Norden Portugals, w\u00e4hrend n\u00f6rdlich des Minho ein solches normierendes Zentrum fehlte und sich gleichzeitig der Einflu\u00df des Kastilischen verst\u00e4rkte. So kann ab der Mitte des 14. Jahrhunderts von einer getrennten Entwicklung des Galicischen und des Portugiesischen gesprochen werden, wenngleich beide Sprachen bis heute sehr eng verwandt geblieben sind. Bis in die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts vollzog sich die Herausbildung der klassischen portugiesischen Schriftsprache, f\u00fcr die mit der fr\u00fchb\u00fcrgerlichen Revolution von 1383\/1385, der Sicherung der nationalen Unabh\u00e4ngigkeit (Sieg Portugals \u00fcber Spanien bei Aljubarrota 1385) und der Inthronisierung der Dynastie Avis g\u00fcnstige Entwicklungsbedingungen entstanden waren. Die am Hofe entstehende Literatur (Geschichtsschreibung, didaktische Prosa) bildete das Kernst\u00fcck der Entwicklung der portugiesischen Schriftsprache.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Gleichzeitig kame es in der Folge der 1415 beginnenden \u00fcberseeischen Expansion Portugals nach Afrika und sp\u00e4ter nach Asien und Amerika zur Ausbreitung des Portugiesischen in den K\u00fcstenbereichen dieser Kontinente, welche die bereits skizzierte Verbreitung dieser Sprache in der Gegenwart begr\u00fcndete.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im 16. Jahrhundert kamen im Portugiesischen &#8211; wie in den \u00fcbrigen iberoromanischen Sprachen &#8211; einige langfristige Entwicklungen im phonischen und grammatischen Bereich zum Abschlu\u00df. Dadurch entstanden die sprachinternen Voraussetzungen f\u00fcr die Entwicklung der als klassisch geltenden Literatursprache des 17. Jahrhunderts.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Einflu\u00df der italienischen Renaissance und des Vulg\u00e4rhumanismus f\u00fchrte zum Beginn der wissenschaftlichen Besch\u00e4ftigung mit dem Portugiesischen und zur Entstehung der ersten Grammatiken, orthographischen Traktate und W\u00f6rterb\u00fccher.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Gegenreformation und das Bildungsmonopol der Jesuiten st\u00e4rkten gegen Ende des 16. Jahrhunderts jedoch erneut die Rolle des Lateins und seines Einflusses auf die Literatursprache, der erst im 18. Jahrhundert durch die geistig-kulturelle Erneuerung unter Pombal einer erneuten Zuwendung zum Portugiesischen wich, die einerseits den muttersprachlichen Unterricht dauerhaft begr\u00fcndete und trotz verschiedener R\u00fcckschl\u00e4ge letztlich im 19. Jahrhundert zu einer Erneuerung der Schrift- und Literatursprache von der gesprochenen Sprache her f\u00fchrte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im 18. Jahrhundert kam es &#8211; relativ sp\u00e4t im Vergleich zu anderen romanischen Sprachen &#8211; noch einmal zu einer Reihe von phonetisch-phonologischen Ver\u00e4nderungen (mit zum Teil morphosyntaktischen Konsequenzen), welche die phonische Gestalt des europ\u00e4ischen Portugiesisch radikal ver\u00e4nderten und es gleichzeitig von seinen \u00fcberseeischen Varianten, die in der Regel den Entwicklungsstand des 16. und 17. Jahrhunderts bewahren, entfernten. Im grammatischen Bereich kam es zu einer (erneuten) Umgestaltung des Anredesystems (weitgehender Wegfall der 2. Person Plural) sowie zum weiteren R\u00fcckgang von prim\u00e4r oder sekund\u00e4r synthetischen Verbformen zugunsten ihrer analytischen \u00c4quivalente sowie zur Ersetzung des Gerundiums durch den pr\u00e4positionalen Infinitiv mit\u00a0<i>a\u00a0<\/i>in verschiedenen Konstruktionen (<i>\u00a0estou falando<\/i>\u00a0&gt;\u00a0<i>estou a falar<\/i>). Alle diese Ver\u00e4nderungen erfolgten zun\u00e4chst in der gesprochenen Sprache und drangen nach der Liberalen Revolution von 1820 \u00fcber die damals entstehende Presse sowie \u00fcber die romantische Literatur in die Schriftsprache ein.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die sprachlichen Ergebnisse der Ausbreitung des Portugiesischen im 15.-16. Jahrhundert nach Afrika, Asien und Amerika, welche letztlich die Entstehung der gesamten Neuen Romania einleitete, waren &#8211; was das Portugiesische anbetrifft &#8211; sehr vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">F\u00fcr das europ\u00e4ische Portugiesisch, und von hier aus f\u00fcr andere europ\u00e4ische Sprachen, brachte sie vor allem eine lexikalische Bereicherung um die Bezeichnungen von zahlreichen, bis dahin in Portugal und Europa unbekannten Realia der neu entdeckten Regionen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">An der afrikanischen Westk\u00fcste, aber auch an der K\u00fcste des heutigen Mosambik sowie in Asien, wo sich ein intensiver Handelsaustausch entwickelte, entstanden portugiesischbasierte Pidgins, die sich vielfach zu eigenst\u00e4ndigen Sprachen, den portugiesischbasierten Kreolsprachen, weiterentwickelten, die heute teils als supratribales Kommunikationsmittel (Guinea-Bissau) die Verst\u00e4ndigung \u00fcber einheimische Stammes(sprach)grenzen hinweg erm\u00f6glichen, teils zu offiziellen Staatssprachen ausgebaut werden (\u00abKabuverdianu\u00bb). In der Zeit des Sklavenhandels zwischen Afrika und den Kolonien europ\u00e4ischer L\u00e4nder in Amerika wurden portugiesischbasierte Pidgins im gesamten vom Sklavenhandel betroffenen Raum verbreitet. Das gilt vor allem f\u00fcr Brasilien, aber auch f\u00fcr den karibischen Raum. So weisen die Kreolsprachen \u00abPalenquero\u00bb (Kolumbien), \u00abPapiamento\u00bb (niederl\u00e4ndische Antillen) und die \u00abHabla bozal\u00bb (Kuba) durchaus portugiesische Elemente auf.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_12_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(12)<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine Entwicklung eigener Art hat das Portugiesische in Brasilien erlebt. Die zun\u00e4chst geringe Anzahl der portugiesischen Kolonisten und der hohe Anteil afrikanischer Sklaven an der Bev\u00f6lkerung des Kolonialgebiets sowie der Sprachkontakt mit der indianischen Urbev\u00f6lkerung in den Randgebieten der Kolonie (S\u00e3o Paulo, Maranh\u00e3o, Par\u00e1) mu\u00df nach der plausiblen Auffassung vieler Sprachhistoriker zu einem oder mehreren Pidgins gef\u00fchrt haben, die zwar nicht \u00fcberliefert sind, f\u00fcr deren fr\u00fchere Existenz sich aber Evidenzen in der heutigen Sprache der Landbev\u00f6lkerung und der untersten sozialen Schichten der Stadtbev\u00f6lkerung finden. Der Verlust der meisten portugiesischen Kolonien an die Niederlande im 17. Jahrhundert und die Entdeckung von Gold und Diamanten um 1700 in Brasilien f\u00fchrten zu einer verst\u00e4rkten Orientierung Portugals auf die Ausbeutung der Kolonie Brasilien, welche die Entwicklung einer portugiesischen Kolonialverwaltung und eine st\u00e4rkere Einwanderung aus Portugal nach sich zog, die wiederum das portugiesische Element in der Bev\u00f6lkerung und die Rolle des Portugiesischen in der Kommunikation verst\u00e4rkte. Es kam nicht nur zur Durchsetzung des Portugiesischen als Kommuniktionsmittel im gesamten damals erschlossenen Territorium (vor allem gegen die tupi-basierte\u00a0<i>l\u00edngua geral<\/i>), sondern auch zu einer deutlichen Entkreolisierung bzw. Relusitanisierung (<i>reaportuguesamento<\/i>) der Sprache der st\u00e4dtischen Bev\u00f6lkerung, die im Falle von Rio de Janeiro eine sp\u00fcrbare Verst\u00e4rkung erhielt, als 1807 mit dem portugiesischen Hof Tausende Portugiesen vor den napoleonischen Truppen nach Brasilien flohen. Rio de Janeiro wurde zu einer kulturell wie sprachlich portugiesisch dominierten Stadt, von der aus anderthalb Jahrzehnte lang das gesamte portugiesische Weltreich regiert wurde. Die Folge sind einige bis heute bestehende phonetische Gemeinsamkeiten des Carioca-Dialekts mit dem europ\u00e4ischen Portugiesisch. Die Ergebnisse des Sprachkontakts in der Kolonialzeit waren jedoch so tiefgreifend und wurden von einer so breiten Bev\u00f6lkerung getragen, da\u00df sie nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden konnten. Vielmehr sind morpho-syntaktische Ph\u00e4nomene, die noch im 19. Jh. als grobe Verst\u00f6\u00dfe gegen die normative Grammatik und als typisch f\u00fcr nicht alphabetisierte Sprecher bewertet wurden, inzwischen zu ganz normalen Bestandteilen informeller Register auch gebildeter Sprecher geworden und bereits in bestimmte Bereiche der Schriftsprache eingedrungen. Es hat sich also in Brasilien eine eigenst\u00e4ndige Variet\u00e4t des Portugiesischen mit einer eigenen, f\u00fcr einige sprachliche Ebenen (Orthoepie, Orthographie, Lexikon) auch verbindlich fixierten Norm herausgebildet. Der Dokumentation, Beschreibung und Erkl\u00e4rung der verschiedenen diastratischen, diaphasischen und diatopischen Variet\u00e4ten des brasilianischen Portugiesisch widmen sich heute mehrere gro\u00df angelegte Forschungsprojekte in Brasilien (siehe im folgenden).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine andere Entwicklung nahm das Portugiesische in Angola und Mosambik. Auch hier beschr\u00e4nkte sich der Kontakt mit den afrikanischen Sprachen bis ins 19. Jahrhundert auf die K\u00fcstengebiete. Zum Sprachkontakt in gr\u00f6\u00dferem Umfang kam es erst nach der Berliner Konferenz von 1885, als die Kolonisierung des Landesinneren begann. Er betraf jedoch nur einen geringen Teil der Bev\u00f6lkerung, vor allem in den St\u00e4dten. Spuren fr\u00fcheren Sprachkontakts im heutigen Portugiesisch dieser L\u00e4nder sind bisher nicht verbindlich nachgewiesen. So war es also das Portugiesisch des ausgehenden 19. Jahrhunderts, das in diesen L\u00e4ndern in breiterem Umfang in Kontakt mit den afrikanischen Sprachen trat. Das erkl\u00e4rt einige Unterschiede, die sich zwischen den Ergebnissen des portugiesisch-afrikanischen Sprachkontakts in Brasilien einerseits und in Angola bzw. Mosambik andererseits ausmachen lassen. Die Tatsache, da\u00df in Brasilien und in Afrika dieselben Sprachen (Sudan- und Bantusprachen), deren wesentliche typologische Merkmale sich zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert nicht grundlegend gewandelt haben d\u00fcrften, mit dem Portugiesischen in Ber\u00fchrung getreten sind, erkl\u00e4rt andererseits eine Vielzahl von \u00dcbereinstimmungen, vor allem in den Substandard-Variet\u00e4ten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die vorangehenden Ausf\u00fchrungen sollten andeutungsweise verdeutlichen, da\u00df die Entstehung und Entwicklung des Portugiesischen eine Reihe von Besonderheiten aufweist, die seine Entwicklung von der des Kastilisch-Spanischen unterscheiden und eine eigenst\u00e4ndigen Beschreibung und Erkl\u00e4rung, die den Blick auf seine iberoromanischen Nachbarsprachen und die Gesamtheit der romanischen Sprachen selbstverst\u00e4ndlich einschlie\u00dft, rechtfertigen, ja erforderlich machen. Die Entwicklung des Portugiesischen hat eine Reihe von sprachtypologischen Besonderheiten hervorgebracht, die seit der Entstehung der Romanischen Philologie immer wieder thematisiert worden sind, da ihre Beachtung weitreichende Konsequenzen unter anderem f\u00fcr die allgemeine Sprachtheorie hat. Dazu geh\u00f6rt vor allem der flektierte Infinitiv. J\u00fcngere Arbeiten zur portugiesischen Grammatik haben unter anderem einen im Vergleich zu anderen romanischen Sprachen, etwa dem Franz\u00f6sischen, auff\u00e4lligen Reichtum an Ausdrucksmitteln f\u00fcr eingebettete \/ valenzabh\u00e4ngige Propositionen zutage gef\u00f6rdert, deren Gebrauch komplizierten, sprachspezifischen Restriktionen unterliegt, was die portugiesische Syntax zu einer der interessantesten Auspr\u00e4gungen romanischer Syntax macht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dies gilt insbesondere auch f\u00fcr den gesamten Bereich der portugiesischbasierten Kreolsprachen und der Entwicklung des au\u00dfereurop\u00e4ischen Portugiesisch. Keine andere romanische Sprache hat eine Verbreitung auf vier Kontinenten erfahren. Keine andere romanische Sprache hat so viele unterschiedliche Entwicklungen erlebt und so viele Pigdin- und Kreolsprachen und Variet\u00e4ten hervorgebracht. Das ist ein gewaltiges Potential an sprachlichen Fakten, das bisher nur unvollst\u00e4ndig aufgearbeitet und theoretisch verarbeitet ist. Hier bieten sich der Lusitanistik der Zukunft noch viele wichtige Aufgaben.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>3 Aufgaben und Projekte der gegenw\u00e4rtigen<br \/>\nlusitanistischen Sprachwissenschaft<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Es fehlt noch immer eine gr\u00fcndliche Aufarbeitung der diachronischen Entwicklung des Portugiesischen sowohl in Portugal als auch in den anderen lusophonen L\u00e4ndern. In der diachronischen Phonologie sind die Datierungen noch immer ungenau. In der historischen Grammatik ist vorwiegend die Morphologie bearbeitet und teilweise auch bereits unter dem Blickwinkel des Systemaspekts interpretiert. Eine wirklich diachrone Syntax fehlt hingegen nahezu ganz. Unter dem Titel \u00abHistorische Grammatik\u00bb oder \u00abHistorische Syntax\u00bb erschienene Arbeiten sind nicht mehr als Darstellung der Grammatik bzw. Syntax mit altportugiesischen Beispielen. Es fehlt eine synchrone Schnitte anlegende Aufarbeitung der Syntaxentwicklung auf der Grundlage einer einheitlichen und modernen Erkenntnissen der Systemtheorie gen\u00fcgenden grammatiktheoretischen Grundlage. Erste Ans\u00e4tze (Mattos e Silva 1989) sind weiter auszubauen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein weiteres, in j\u00fcngerer Zeit wieder mehrfach thematisiertes Problem (Bechara 1985; Mattos e Silva 1991; Maia 1995; da Silva 1997) ist die noch immer unbefriedigende Periodisierung der Geschichte des Portugiesischen. Da deutliche Unterschiede in der Konsequenz und Geschwindigkeit, mit der sich Sprachwandelprozesse im Portugiesischen im Vergleich zu den \u00fcbrigen romanischen Sprachen, vor allem zum Franz\u00f6sischen, durchgesetzt haben, zu beobachten sind, ist zu fragen, ob die in der Regel an der Geschichte des Franz\u00f6sischen entwickelten Vorschl\u00e4ge zur Periodisierung der Entwicklung der romanischen Sprachen auch tats\u00e4chlich auf das Portugiesische \u00fcbertragbar sind. Auf einige Probleme wurde weiter oben bereits hingewiesen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Viel zu wenig bearbeitet ist bisher die Entstehung und Entwicklung des brasilianischen Portugiesisch. Ein gr\u00f6\u00dferes Projekt einer Geschichte des brasilianischen Portugiesisch, das die philologische Edition von Texten aus der Kolonialzeit, die Analyse der Entwicklung der Syntax sowie den sozialgeschichtlichen Hintergrund einschlie\u00dft, ist in Brasilien in Vorbereitung. Hier w\u00e4re das Mitwirken der deutschen Hochschullusitanistik sinnvoll. Auch f\u00fcr die lusophonen L\u00e4nder Afrikas steht diese Arbeit noch aus.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Erfassung der sprachlichen Realit\u00e4t der Gegenwart ist in Portugal und Brasilien relativ weit fortgeschritten. Die dialektologischen Arbeiten begannen in Portugal um die Jahrhundertwende mit dem Wirken von Jos\u00e9 Leite de Vasconcelos, setzten sich in den vierziger Jahren mit den Arbeiten von Manuel da Paiva Bol\u00e9o, insbesondere dem<i>Inqu\u00e9rito Lingu\u00edstico por correspond\u00eancia<\/i>, fort und fanden mit den Arbeiten von Lindley Cintra zum portugiesischen Teil des\u00a0<i>Atlas Lingu\u00edstico da Pen\u00ednsula Ib\u00e9rica<\/i>ihren vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt. Als Ergebnis liegt ein sehr guter \u00dcberblick \u00fcber die dialektale Gliederung Portugals und ihre Einordnung in die der Iberischen Halbinsel vor. Die dialektologische Forschung in Brasilien begann bereits 1920. In einer ersten, vorwissenschaftlichen Phase trugen vorwiegend Nichtphilologen sehr viele Fakten zusammen, die bis heute Bestand haben. Ende der f\u00fcnfziger Jahre bem\u00fchten sich Serafim da Silva Neto und Antenor Nascentes in Rio de Janeiro und Nelson Rossi in Salvador um die wissenschaftliche Grundlegung der Sprachgeographie. Inzwischen liegen Sprachatlanten von f\u00fcnf brasilianischen Bundesstaaten (Bahia, Minas Gerais, Para\u00edba, Sergipe und Paran\u00e1) vor, f\u00fcnf weitere (Cear\u00e1, S\u00e3o Paulo, Rio de Janeiro, Regi\u00e3o Sul, Acre) sind in Vorbereitung.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_13_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(13)<\/sup><\/a>\u00a0In Angriff genommen ist ebenfalls das Projekt eines gesamtbrasilianischen Sprachatlanten. Sowohl in Portugal als auch in Brasilien ist neben der Erfassung der Sprache der l\u00e4ndlichen Gebiete auch die der gebildeten st\u00e4dtischen Sprecher im Gange.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Am\u00a0<i>Centro de Lingu\u00edstica da Universidade de Lisboa<\/i>\u00a0wurde von 1970 bis 1987 das Projekt\u00a0<i>Portugu\u00eas fundamental<\/i>\u00a0betrieben, das auf der Grundlage von 1800 Gespr\u00e4chsaufzeichnungen Grundlagen f\u00fcr die Vermittlung des gesprochenen Portugiesischen als Zweit- bzw. Fremdsprache erarbeitet hat. Gegenw\u00e4rtig verf\u00fcgt das Centro \u00fcber ein mehr als siebzig Millionen W\u00f6rter umfassendes Corpus nicht nur des europ\u00e4ischen, sondern auch des au\u00dfereurop\u00e4ischen Portugiesisch, auf dessen Grundlage verschiedene Forschungsprojekte (Kollokationsw\u00f6rterbuch, Gesprochene Sprache &#8211; geographische und soziale Variet\u00e4ten und andere) realisiert wurden und werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Aus der deutschen Hochschullusitanistik ist erfreulicherweise ein eigenst\u00e4ndiger, an der Universit\u00e4t Hamburg auf der Grundlage empirischer Untersuchungen entstandener Beitrag zur Erforschung des gesprochenen (europ\u00e4ischen) Portugiesisch zu nennen, der in K\u00fcrze in Buchform erscheinen wird (F\u00e1tima Brauer:\u00a0<i>Gesprochenes Portugiesisch<\/i>, Frankfurt am Main: TFM, 1998).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In Brasilien l\u00e4uft seit 1968 das Projekt NURC (\u00abNorma Urbana Culta\u00bb), das die gesprochene Sprache von Sprechern mit Hochschulabschlu\u00df in den St\u00e4dten Recife, Salvador, Rio de Janeiro, S\u00e3o Paulo und Porto Alegre dokumentiert. Au\u00dfer einem Teil der Gespr\u00e4chsmitschnitte sind bereits zahlreiche Analysen des Corpus erschienen, die in n\u00e4chster Zukunft zu einer \u00abGrammatik des gesprochenen Portugiesisch\u00bb f\u00fchren werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auch soziolinguistische Variet\u00e4ten des Portugiesischen in Portugal und Brasilien sind Gegenstand der Forschung. Sie werden vor allem in Brasilien auf der Grundlage der von Labov entwickelten soziolinguistischen Methoden betrieben und in Termen der Generativen Grammatik pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mit der Erfassung der sprachlichen Realit\u00e4t der Gegenwart ist auch die Frage nach den theoretischen Grundlagen der Beschreibung verbunden. Nachdem sowohl in Portugal als auch in Brasilien die in der Nachfolge von Ferdinand de Saussure entstandenen Schulen der strukturellen Linguistik zun\u00e4chst wegen der Orientierung auf Philologie und Dialektologie kaum Widerhall gefunden hatten, ganz zu schweigen von der Generativen Grammatik und den in ihrer Nachfolge entstandenen Theorien (Kasusgrammatik, Generative Semantik,\u00a0<i>Functional Grammar<\/i>\u00a0usw.), hat sich die Situation seit den sp\u00e4ten sechziger Jahren grunds\u00e4tzlich ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In Brasilien verbreiteten Joaquim Mattoso C\u00e2mara (Rio de Janeiro) und Henri Aubreton (S\u00e3o Paulo) die Theorien und Methoden des amerikanischen Deskriptivismus bzw. des franz\u00f6sischen Strukturalismus (Martinet). An der 1970 neugegr\u00fcndeten Universit\u00e4t Campinas wurde erstmalig in Brasilien die Linguistik als selbst\u00e4ndige, von der Philologie alter Pr\u00e4gung und der Literaturwissenschaft unabh\u00e4ngige Disziplin etabliert. In den siebziger Jahren wurden dann auch an vielen anderen brasilianischen Universit\u00e4ten zumindest Postgraduiertenstudieng\u00e4nge in Linguistik eingerichtet.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_14_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(14)<\/sup><\/a>\u00a0Die dominierende Sprachtheorie wurde die Generative Grammatik Noam Chomskys in ihrer sich st\u00e4ndig wandelnden Form. Daneben entwickelten sich aber auch andere Ans\u00e4tze. So ist in verschiedenen Arbeiten zur funktionalen Satzperspektive der Einflu\u00df der Prager Schule unverkennbar. Auch die Tesni\u00e8resche Abh\u00e4ngigkeitsgrammatik und die aus ihr hervorgegangene Valenzgrammatik, speziell ihre seit Anfang der achtziger Jahre vorliegende funktionale, d.\u00a0h. semantische und syntaktische Valenz beschreibende Fassung, hat in Brasilien Fu\u00df gefa\u00dft. Auf ihrer Grundlage entstanden nicht nur eine kleine Valenzgrammatik (Borba 1996), sondern auch ein umfangreiches, ca. 6000 Lemmata umfassendes Valenzw\u00f6rterbuch der Verben auf der Grundlage der brasilianischen Gegenwartssprache (Borba 1990).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auch in Portugal l\u00e4\u00dft sich seit den sechziger Jahren eine Erneuerung der theoretischen Grundlagen der linguistischen Forschung beobachten. Dabei ist vor allem der Einflu\u00df des franz\u00f6sischen Strukturalismus (Martinet) unverkennbar. Anfang der siebziger Jahre zeigte sich dann der Einflu\u00df der Chomskyschen Generativen Grammatik. Es entstanden verschiedene Dissertationen zu Spezialthemen der portugiesischen Grammatik, die Anfang der achtziger Jahre in eine theoretische Grammatik des Portugiesischen (Mateus \/ Brito \/ Duarte \/ Faria 1983) einflossen, die auch die logisch-semantischen und kommunikativ-pragmatischen Faktoren der Sprachproduktion sowie Aspekte der Textlinguistik einbezieht. W\u00e4hrend dieser generative Ansatz vorwiegend an den Lissaboner Universit\u00e4ten verfolgt wird, wird in Coimbra und \u00c9vora funktionale Grammatik betrieben, und in Porto gibt es neben generativer Grammatik auch Valenzgrammatik.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Nicht unerw\u00e4hnt bleiben soll die Tatsache, da\u00df in Portugal wie in Brasilien auch \u00fcber die Satzdom\u00e4ne hinausgehende Disziplinen wie Textlinguistik und Gespr\u00e4chsanalyse betrieben werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wenngleich der vorangehende Abri\u00df der wichtigsten Arbeitsgebiete der portugiesischen und brasilianischen Linguistik keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit erheben kann und will und dies im Rahmen dieses Aufsatzes auch nicht erforderlich ist, d\u00fcrfte klar geworden sein, da\u00df die wissenschaftliche Bearbeitung des Portugiesischen in Portugal und Brasilien aus synchroner und diachroner Sicht in unserem Jahrhundert eine Vielzahl von Erkenntnissen erbracht hat, die von der romanistischen Sprachwissenschaft einfach nicht vernachl\u00e4ssigt werden d\u00fcrfen, will sie ihren Anspruch auf \u00fcbereinzelsprachliche Aussagen aufrechterhalten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Unabh\u00e4ngig von dem Wert ihrer Aussagen f\u00fcr die romanistische Sprachwissenschaft insgesamt hat die lusitanistische Sprachwissenschaft nat\u00fcrlich auch einen eigenen Stellenwert, der heute m\u00f6glicherweise h\u00f6her zu bewerten ist als der allgemeinromanistische, und der sich aus der Menge an zusammengetragenen Informationen und ihrer theoretischen Relevanz einerseits und der wachsenden Bedeutung der lusophonen L\u00e4nder in der heutigen Welt und der daraus erwachsenden Notwendigkeit einer genaueren Kenntnis ihrer sprachlichen Realit\u00e4t andererseits ergibt. Und diese Realit\u00e4t ist in den sieben L\u00e4ndern der\u00a0<i>Comunidade<\/i>nicht die gleiche, insbesondere dann, wenn auch kulturellen Unterschieden Rechnung getragen werden soll.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Es l\u00e4\u00dft sich daher die wachsende Nachfrage nach einem differenzierten Lehrangebot in europ\u00e4ischem und brasilianischem Portugiesisch beobachten, dem zur Zeit nur (zu) wenige deutsche Universit\u00e4ten Rechnung tragen.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_15_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(15)<\/sup><\/a>\u00a0Dieser Trend wird sich unter dem Einflu\u00df der Praxis verst\u00e4rken. Karrierebewu\u00dfte Studenten wollen heute zielstrebig studieren und das Wissen erwerben, das sie wirklich brauchen. Wer ein Praktikum oder eine sp\u00e4tere T\u00e4tigkeit in Brasilien anstrebt, wird sich nicht mit der komplizierten Phonetik des europ\u00e4ischen Portugiesisch plagen und einen Wortschatz lernen wollen, von dem er wei\u00df, da\u00df er gerade die alltagsrelevanten Lexeme in Brasilien (oder Afrika) neu lernen mu\u00df. In der umgekehrten Richtung ist die Umstellung bekanntlich noch komplizierter. Selbst Brasilianer behaupten bekanntlich oft, Portugiesen nicht zu verstehen, was angesichts der oben kurz skizzierten phonetischen Entwicklung durchaus nachvollziehbar ist.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Notwendig erscheinen also einerseits der weitere Ausbau der Lusitanistik als eigenst\u00e4ndigen, von der Romanistik alter Pr\u00e4gung unabh\u00e4ngigen Fachs,<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_16_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(16)<\/sup><\/a>\u00a0wie er sich in Deutschland seit Jahren bereits vollzieht, und gleichzeitig eine Differenzierung des Angebots, die den unterschiedlichen Variet\u00e4ten in Portugal und Brasilien Rechnung tr\u00e4gt. Wo es m\u00f6glich ist, sollte au\u00dferdem der wachsenden internationalen Bedeutung Brasiliens die Entwicklung von Brasilianistik-Studieng\u00e4ngen, gegebenenfalls als Bestandteil von Lateinamerikanistik-Studieng\u00e4ngen, in Angriff genommen werden. Notwendig ist aber gleichzeitig die Beibehaltung eines ebenso differenzierten Lehrangebots im Bereich der Sprachpraxis.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>4 Die Entwicklung der deutschen Lusitanistik<br \/>\nzu einer eigenst\u00e4ndigen Disziplin<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">In Deutschland manifestierte sich Interesse an der portugiesischen Sprache erstmals gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Damals wurden erste Ausz\u00fcge aus dem portugiesischen Nationalepos\u00a0<i>Os Lus\u00edadas<\/i>\u00a0(\u00abDie Lusiaden\u00bb) von Cam\u00f5es in deutscher Sprache, die ersten Grammatiklehrb\u00fccher und das erste zweisprachige W\u00f6rterbuch des Portugiesischen und Deutschen ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die portugiesische Sprachwissenschaft im eigentlichen Sinne entstand in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts als Bestandteil der historisch-vergleichenden Grammatik der romanischen Sprachen.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_17_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(17)<\/sup><\/a>\u00a0Infolge der dominierenden Rolle des Franz\u00f6sischen als Schulsprache sowie &#8211; in geringerem Ma\u00dfe des Italienischen &#8211; nahm das Portugiesische bis vor nicht allzulanger Zeit eine relativ marginale Stellung innerhalb der deutschen Hochschulromanistik ein. Das hinderte jedoch nicht, da\u00df bereits im 19. Jahrhundert grundlegende Arbeiten zur historischen Phonetik und Grammatik sowie zu Fragen der Etymologie erschienen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im 20. Jahrhundert und besonders nach dem ersten Weltkrieg bewirkten vor allem kommerzielle und politische Interessen ein wachsendes Interesse an Portugal und Brasilien, das sich in der Schaffung von verschiedenen, auf die wissenschaftliche Besch\u00e4ftigung mit den iberoromanischen, iberoamerikanischen und lusophonen L\u00e4ndern orientierten Zentren au\u00dferhalb der traditionellen Romanischen Seminare \u00e4u\u00dferte (1912 Deutsch-S\u00fcdamerikanisches Institut Aachen; 1917 Ibero-Amerikanisches Institut Hamburg; 1930 Ibero-Amerikanisches Institut Berlin). Auch die Schaffung der ersten Portugiesischlektorate f\u00e4llt in diese Zeit. Im Jahre 1926 boten sechs deutsche Universit\u00e4ten (Berlin, Bonn, Freiburg, Hamburg, K\u00f6ln und Jena) Kurse zur portugiesischen Sprache und zur portugiesischen bzw. brasilianischen Landeskunde an.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_18_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(18)<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mit Ausnahme des Hamburger Instituts, wo unter der Leitung von Fritz Kr\u00fcger volkskundliche und volkssprachliche Studien zur Iberischen Halbinsel, einschlie\u00dflich Feldforschung, betrieben wurden, \u00e4nderte sich aufgrund der vorwiegend landeskundlich orientierten Zielstellung der neuen Zentren wenig an der Rolle der portugiesischen Sprachwissenschaft in der deutschen Hochschullandschaft.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">W\u00e4hrend des Dritten Reiches kam es zu einer weitgehenden Isolation der deutschen Sprachwissenschaft von der internationalen theoretisch-methodischen Entwicklung, die seit dem ersten Internationalen Linguistenkonkre\u00df in Den Haag 1928 durch die Entstehung verschiedener Schulen der strukturellen Linguistik in der Nachfolge von Ferdinand de Saussure gekennzeichnet war, welche die Vorstellungen vom Aufbau der Sprache und von den Aufgaben der Sprachwissenschaft von Grund auf ver\u00e4nderten. Erst Ende der vierziger und besonders seit den f\u00fcnfziger Jahren drangen die Ideen und Methoden der strukturellen Linguistik in die deutsche Sprachwissenschaft ein. Die Lusitanistik wurde davon zun\u00e4chst kaum betroffen. Arbeiten etwa zur Phonologie<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_19_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(19)<\/sup><\/a>\u00a0stellen absolute Ausnahmen dar.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Nach dem Krieg gewann die portugiesische Sprachwissenschaft in der damaligen Bundesrepublik Deutschland allm\u00e4hlich an Bedeutung; in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik hingegen spielte sie praktisch keine Rolle. Andere gesellschaftliche Bed\u00fcrfnisse f\u00fchrten hier zur Konzipierung neuer universit\u00e4rer Studieng\u00e4nge, in denen im Hinblick auf die Schule nur eine romanische Sprache, in der Regel Franz\u00f6sisch, in Kombination mit einer nichtromanischen Sprache oder einem anderen Fach, studiert wurde. Die traditionellen Magisterstudieng\u00e4nge bestanden noch einige Zeit als Diplomstudieng\u00e4nge fort, wurden aber bereits in den sechziger Jahren mangels Bedarfs an Absolventen eingestellt. Auch in den neugeschaffenen Dolmetscher- und \u00dcbersetzerstudieng\u00e4ngen wurden mit Blick auf die sp\u00e4tere Berufspraxis in der Regel eine romanische Sprache und eine nichtromanische, meist Englisch oder Russisch, kombiniert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Unter dem Eindruck der kubanischen Revolution von 1959 wurde das damals verwaiste Romanische Institut der Universit\u00e4t Rostock ab 1959 schrittweise zu einem Lateinamerika-Institut umstrukturiert, an dem neben Spanisch auch brasilianisches Portugiesisch Gegenstand von Lehre und Forschung wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine grundlegende Wende in der Rolle der portugiesischen Sprachwissenschaft der ehemaligen DDR vollzog sich nach der Revolution von 1974 in Portugal und dem Entstehen unabh\u00e4ngiger lusophoner Staaten in Afrika. Portugiesisch wurde zu einer strategisch wichtigen und daher staatlich gef\u00f6rderten Sprache. F\u00fcr die Entsendung von Spezialisten verschiedener Art wurden im Wirkungsbereich unterschiedlicher Ministerien Sprachintensivzentren f\u00fcr Portugiesisch eingerichtet und die daf\u00fcr notwendigen Lehrmaterialien beschafft bzw. in kurzer Zeit erarbeitet. Gleichzeitig wurde die Ausbildung von Sprachlehrkr\u00e4ften f\u00fcr die Erwachsenenbildung sowie die Ausbildung von Dolmetschern und \u00dcbersetzern vorangetrieben. An den Universit\u00e4ten Berlin, Leipzig und Rostock wurden Studieng\u00e4nge eingerichtet bzw. ausgebaut, in denen Portugiesisch als erste oder einzige romanische Sprache studiert werden konnte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die neuen Bedingungen f\u00fchrten zur Etablierung einer neuen Disziplin, der Afrolusitanistik, sowie zur Wiedererstehung der im 19. Jahrhundert von Hugo Schuchardt begr\u00fcndeten Kreolistik, die beide vor allem an der Universit\u00e4t Leipzig betrieben wurden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Praktische Bed\u00fcrfnisse stimulierten Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Grammatik und Lexikologie\/Lexikographie des Portugiesischen und Studien zum Sprachvergleich Deutsch-Portugiesisch\/Portugiesisch-Deutsch. Es entstanden verschiedene Monographien und W\u00f6rterb\u00fccher. Eine vom funktionalen Standpunkt konzipierte und ausf\u00fchrlich die Syntax behandelnde\u00a0<i>Grammatik der portugiesischen Sprache<\/i>, die auch brasilianische und afrikanische Besonderheiten erfa\u00dft, konnte 1989 an der Technischen Universit\u00e4t Dresden fertiggestellt und 1998 ver\u00f6ffentlicht werden.<a href=\"http:\/\/lusitanistik.de\/G_RTNER\/g_rtner.htm#N_20_\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><sup>\u00a0(20)<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\">In den achtziger Jahren fanden an den Universit\u00e4ten in Leipzig und (Ost-)Berlin erstmals ausschlie\u00dflich lusitanistischen Fragestellungen gewidmete Kolloquien statt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auch in der alten Bundesrepublik gewann in diesen Jahren das Portugiesische immer mehr Terrain im universit\u00e4ren Bereich. Die Zahl der Universit\u00e4ten, die Lehrveranstaltungen zum Portugiesischen anboten wuchs. So boten im Wintersemester 1986\/87 39 Universit\u00e4ten portugiesische Sprachkurse an, und an 21 von ihnen konnte Lusitanistik in mehr oder weniger starkem Umfang studiert werden. Lusitanistische Themen werden immer seltener als Marginalia in hispanistischen oder romanistischen \u00dcberblicksveranstaltungen, sondern als zentraler Gegenstand eigenst\u00e4ndiger lusitanistischer Veranstaltungen angeboten. Die Entwicklung der universit\u00e4ren Lehre hat damit der sprachlichen und kulturellen Eigenst\u00e4ndigkeit der lusophonen Welt und in Ans\u00e4tzen auch schon ihrer Differenziertheit Rechnung getragen. Der wachsende Gebrauch der Bezeichnung\u00a0<i>Lusitanistik<\/i>\u00a0ist Ausdruck dieses gewachsenen Selbstbewu\u00dfseins der Disziplin.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dieser Proze\u00df der Profilierung und Verselbst\u00e4ndigung lusitanistischer Studien zeigte sich auch auf anderen Gebieten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auf dem wissenschaftlichen Zeitschriftenmarkt gibt es seit 1985 die Zeitschrift\u00a0<i>Lusorama &#8211; Zeitschrift f\u00fcr Lusitanistik<\/i>, die sich zusammen mit ihren drei Beiheftreihen\u00a0<i>Studien zur portugiesischen Sprachwissenschaft, Studien zur Literatur Portugals und Brasiliens<\/i>\u00a0und\u00a0<i>Studien zur Afrolusitanistik<\/i>ausschlie\u00dflich der portugiesischen Sprachwissenschaft und der Kultur der lusophonen L\u00e4nder widmet. Das fast f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige erfolgreiche Bestehen der Zeitschrift beweist, da\u00df in Deutschland ein Markt f\u00fcr Informationen zu diesen Themen besteht, zumal auch andere Fachzeitschriften Arbeiten zu lusitanistischen Themen publizieren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auch im Bereich der wissenschaftlichen Fachverb\u00e4nde hat die Lusitanistik &#8211; nach der Hispanistik und der Katalanistik &#8211; mit der Gr\u00fcndung des heute \u00fcber 160 Mitglieder z\u00e4hlenden Deutschen Lusitanistenverbandes im Jahre 1993 eigene Gestalt angenommen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bis in die achtziger Jahre erfolgte der wissenschaftliche Gedankenaustausch unter den Lusitanisten der alten Bundesrepublik im wesentlichen im Rahmen von romanistischen Veranstaltungen, namentlich der vom Deutschen Romanistenverband alle zwei Jahre veranstalteten Deutschen Romanistentage.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die politische Wende in der ehemaligen DDR im Herbst 1989 machte erstmals direkte Kontakte zwischen den Lusitanisten beider deutscher Staaten m\u00f6glich und unproblematisch. Diese Gelegenheit nutzend, haben die Lusitanisten (und Katalanisten) der beiden deutschen Staaten im September 1990 ihr erstes gemeinsames Kolloquium am Ibero-Amerikanischen Institut Preu\u00dfischer Kulturbesitz in Berlin durchgef\u00fchrt. Dieses Kolloquium wurde zum Ausgangspunkt einer ganzen Reihe von Kolloquien, die seitdem etwa im zweij\u00e4hrigen Rhythmus, seit der Gr\u00fcndung des Deutschen Lusitanistenverbandes als Lusitanistentage, immer auch mit mindestens einer linguistischen Sektion, stattfinden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der im September 1993 in Hamburg durchgef\u00fchrte 4. Kongre\u00df des Internationalen Lusitanistenverbandes sowie Kolloquien zu speziellen Themen, zum Beispiel zum portugiesisch-deutschen Sprachvergleich im November 1990 in Kiel oder zum sprachlichen Substandard Brasiliens im Oktober 1997 am Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin, sind weiterer beredter Ausdruck der lusitanistischen Aktivit\u00e4ten der letzten zehn Jahre.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im M\u00e4rz 1998 konnte am Ibero-Amerikanischen Institut Preu\u00dfischer Kulturbesitz in Berlin ein von Leipziger Lusitanisten in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des IAI organisiertes f\u00fcnft\u00e4giges Internationales Kolloquium mit dem Titel \u00abDie Untersuchung des Portugiesischen in Afrika, Amerika, Asien und Europa: kritische Bestandsaufnahme und Diskussion des aktuellen Forschungsstandes\u00bb durchgef\u00fchrt werden, auf dem \u00fcber einhundert Beitr\u00e4ge vorgetragen wurden, die einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber den internationalen Entwicklungsstand der lusitanistischen Sprachwissenschaft vermittelten. Mehr als die H\u00e4lfte der Beitr\u00e4ger kam aus Brasilien; Portugal und Deutschland waren etwa zu gleichen Teilen vertreten. Au\u00dferdem nahmen Lusitanisten aus Polen, Ru\u00dfland und den USA teil. Mit der Publikation der Akten wird ein reicher Fundus an Informationen \u00fcber das Portugiesische und seine Variet\u00e4ten vorliegen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wenngleich die Zahl der auf dem Gebiet der Sprachwissenschaft arbeitenden deutschen Lusitanisten vergleichsweise gering ist, lassen sich dennoch eine Ausweitung der bearbeiteten Teilgebiete und ein gewachsenes Methodenbewu\u00dftsein feststellen. Zwar wird weiterhin auf dem traditionellen Gebiet der diachronischen Sprachwissenschaft gearbeitet, doch ist eine deutliche Hinwendung zur Sprache der Gegenwart zu erkennen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Es gibt inzwischen Arbeiten zur lexikalischen und grammatischen Semantik, zur Phraseologie, Par\u00f6miologie und Lexikologie, zur Wortbildung, zur Syntax und Textgrammatik. Auch zur Diskursanalyse und zur verbalen Interaktion liegen Arbeiten vor. Bei der Beschreibung des grammatischen Systems dienen auch bei deutschen Lusitanisten die funktionale Grammatik, die Generative Grammatik und die Valenzgrammatik als theoretische Grundlagen. Es gibt Studien zur Sprachvariation &#8211; zum gesprochenen Portugiesisch in Portugal, zum afrikanischen Portugiesisch, zum brasilianischen Portugiesisch, ja sogar zum Portugiesisch in Uruguay. Und nicht zuletzt liegen einige Arbeiten zur Geschichte der lusitanistischen Sprachwissenschaft in Portugal, Brasilien und Deutschland vor.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>5 Was bleibt zu tun?<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die erfolgreiche Bilanz der Lusitanistik inner- und nat\u00fcrlich vor allem au\u00dferhalb Deutschlands kann nicht dazu berechtigen, bei dem Erreichten stehenzubleiben.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die vorangehenden Ausf\u00fchrungen enthalten verschiedene Hinweise auf Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr weiterf\u00fchrende Forschungen, die an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholt zu werden brauchen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In der Lehre ist einerseits die Hochschullusitanistik weiter zu st\u00e4rken, denn die eingangs aufgezeigten Entwicklungstendenzen in den lusophonen L\u00e4ndern berechtigen wohl zu der Prognose, da\u00df der Bedarf an lusitanistischem Fachwissen, an auf die lusophonen L\u00e4nder bezogener interkultureller Kompetenz, die differenzierte Sprachkenntnisse einschlie\u00dft, mit Sicherheit wachsen wird. Es ist mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, da\u00df das Portugiesische eine \u00e4hnliche Aufw\u00e4rtsentwicklung wie das Spanische erleben wird, das noch in den zwanziger Jahren von manchem Romanisten notgedrungen wegen der Anforderungen der kommerziellen Praxis betrieben wurde (vgl. die Tagebuchaufzeichnungen von Viktor Klemperer [1996] zu seinem Verh\u00e4ltnis zum Spanischen) und heute fester Bestandteil des romanistischen F\u00e4cherkanons ist, wobei es an einigen Universit\u00e4ten bereits wie in den USA zur meiststudierten romanischen Sprache wurde. Dabei ist auch den verschiedenen nationalen Variet\u00e4ten und Normen durch ein differenzierteres Lehrangebot Rechnung zu tragen. Lusitanistische Lehrinhalte d\u00fcrfen auf keinen Fall akuten Sparzw\u00e4ngen geopfert werden, und eine Weltsprache wie Portugiesisch wird in Zukunft gleichen Rang wie die beiden anderen romanischen Weltsprachen Spanisch und Franz\u00f6sisch beanspruchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die universit\u00e4re Vermittlung lusitanistischer Inhalte ist st\u00e4rker mit der Praxis der Wirtschaft und des \u00f6ffentlichen Lebens zu verzahnen. Genauere Kenntnis der Praxisanforderungen seitens der Lehrenden an den Universit\u00e4ten und entsprechende Ausrichtung der Lehrinhalte sowie Praktika in Betrieben und Institutionen mit Gesch\u00e4ftsbeziehungen bzw. Kontakten zu den lusophonen L\u00e4ndern sowie in diesen L\u00e4ndern selbst w\u00e4hrend des Studiums m\u00fcssen in der Zukunft die Ausbildung optimieren. Dazu geh\u00f6rt auch die Schaffung neuer, nicht am traditionellen Berufsbild des Philologen, sondern an den Bed\u00fcrfnissen der Praxis orientierter Studieng\u00e4nge, wie beispielsweise Lateinamerikanistik (mit starker brasilianistischer Komponente) oder Brasilianistik.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Andererseits ist Wissen \u00fcber die Kultur der lusophonen L\u00e4nder und ihre Spezifik einer breiteren \u00d6ffentlichkeit zu vermitteln. In dieser Richtung m\u00fcssen die lusitanistischen Abteilungen, insbesondere die portugiesischen Lektoren im Zusammenwirken mit dem Instituto Cam\u00f5es, weiterhin aktiv arbeiten und in ihrer Arbeit von den Universit\u00e4ten tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">An den Gymnasien sind M\u00f6glichkeiten zu schaffen, Portugiesisch zumindest im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften in den Grundz\u00fcgen zu erlernen. Ein solches Projekt l\u00e4uft zum Beispiel seit einigen Jahren mit Erfolg an einem Leipziger Gymnasium, wo eine Absolventin eines lusitanistischen Studiengangs t\u00e4tig ist. In der Zukunft sollte Portugiesisch auch als dritte Fremdsprache in allen Bundesl\u00e4ndern angeboten werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das kann in der Regel nur \u00fcber hauptamtlich t\u00e4tige Lehrer erfolgen. Daher sollte die bereits in manchen Bundesl\u00e4ndern bestehende M\u00f6glichkeit eines Zuatz- oder Aufbaustudienganges Lehramt Portugiesisch, z.\u00a0B. f\u00fcr Absolventen von Lehramtsstudieng\u00e4ngen anderer romanischer Sprachen, weiter ausgebaut werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Den Lusitanisten bietet sich also auch in der Zukunft ein umfangreiches Bet\u00e4tigungsfeld, das es st\u00e4ndig entsprechend den Anforderungen der Praxis sowie den fortschreitenden fachwissenschaftlichen Erkenntnissen zu erneuern und auszugestalten gilt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Bibliographie<\/p>\n<p><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Altmann, Maria Cristina (1997): \u00abFragmentos do s\u00e9culo XX: bibliografia cronol\u00f3gica e comentada de textos sobre a produ\u00e7\u00e3o ling\u00fc\u00edstica brasileira\u00bb, in: G\u00e4rtner (1997: 41-78).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Arag\u00e3o, Maria do Socorro Silva de (1997): \u00abA situa\u00e7\u00e3o da geografia ling\u00fc\u00edstica no Brasil\u00bb, in: G\u00e4rtner (1997: 79-98).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bechara, Evanildo (1985): \u00abAs fases hist\u00f3ricas da l\u00edngua portuguesa: tentativa de proposta de nova periodiza\u00e7\u00e3o\u00bb, Niter\u00f3i: Selbstverlag.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Borba, Francisco da Silva (Hrsg.) (1990):\u00a0<i>Dicion\u00e1rio gramatical de verbos do portugu\u00eas contempor\u00e2neo do Brasil,<\/i>\u00a0S\u00e3o Paulo: UNESP.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Borba, Fransciso da Silva (1996):\u00a0<i>Uma gram\u00e1tica de val\u00eancias para o portugu\u00eas,<\/i>\u00a0S\u00e3o Paulo: \u00c1tica.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bornhorst, Fabian (1997a): \u00abDer internationale Kontext der Demokratisierung in Portugal: die Au\u00dfenpolitik eines kleinen Landes mit gro\u00dfer Geschichte am Rande Europas\u00bb, in: Briesemeister \/ Sch\u00f6nberger (1997: 247-288).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bornhorst, Fabian (1997b): \u00abDie Wirtschaft Portugals im \u00dcberblick: Grundlagen, Daten, Zusammenh\u00e4nge, Perspektiven\u00bb, in: Briesemeister \/ Sch\u00f6nberger (1997: 16-94).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Brauer, F\u00e1tima (1998):\u00a0<i>Gesprochenes Portugiesisch,\u00a0<\/i>Frankfurt am Main: TFM (im Druck).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Briesemeister, Dietrich \/ Kohlhepp, Gerd \/ Mertin, Ray-G\u00fcde \/ Sangmeister, Hartmut \/ Schrader, Achim (Hrsg.) (1994):\u00a0<i>Brasilien heute: Politik &#8211; Wirtschaft &#8211; Kultur,<\/i>\u00a0Frankfurt am Main: Vervuert (Bibliotheca Ibero-Americana; 53).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Briesemeister, Dietrich \/ Sch\u00f6nberger, Axel (Hrsg.) (1997):\u00a0<i>Portugal heute: Politik &#8211; Wirtschaft &#8211; Kultur,<\/i>\u00a0Frankfurt am Main: Vervuert (Bibliotheca Ibero-Americana; 64).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Diez, Friedrich (1836):\u00a0<i>Grammatik der Romanischen Sprachen,<\/i>Bonn: Edouard Webers Buchhandlung.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">G\u00e4rtner, Eberhard (Hrsg.) (1997):\u00a0<i>Pesquisas lingu\u00edsticas em Portugal e no Brasil,\u00a0<\/i>Frankfurt am Main: Vervuert (Ling\u00fc\u00edstica Iberoamericana; 4).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">G\u00e4rtner, Eberhard (1998):\u00a0<i>Gramatik der portugiesischen Sprache,\u00a0<\/i>T\u00fcbingen: Niemeyer.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Gro\u00dfe, Sybille (1996): \u00abKonsolidierung einer portugiesischen Gemeinschaft?\u00a0<i>Unidade<\/i>und\u00a0<i>Diversidade<\/i>\u00a0im Rahmen der\u00a0<i>Comunidade dos Pa\u00edses de L\u00edngua Portuguesa<\/i>(CPLP)\u00bb, in:\u00a0<i>Lusorama<\/i>\u00a031 (Oktober), S. 5-18.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Gro\u00dfe, Sybille (1997): \u00abDie Gemeinschaft der L\u00e4nder portugiesischer Sprache (CPLP)\u00bb, in: Briesemeister \/ Sch\u00f6nberger (1997: 471-483).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">L\u00fcdtke, Helmut (1952\/1953): \u00abFonem\u00e1tica portuguesa, I. Consonantismo, II. Vocalismo\u00bb, in:\u00a0<i>Boletim de Filologia<\/i>\u00a013 (1952), S. 273-288; 14 (1953), S. 197-217.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Klemperer, Viktor (1996):\u00a0<i>Leben sammeln und nicht fragen wozu und warum: Tageb\u00fccher 1925-1932,<\/i>\u00a0herausgegeben von Walter Nowojski unter Mitarbeit von Christian L\u00f6ser, Berlin: Aufbau-Verlag, S. 180-264.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Maia, Clarinda de Azevedo (1995):\u00a0<i>Hist\u00f3ria da l\u00edngua portuguesa: guia de estudo,<\/i>Coimbra: Universidade de Coimbra; Faculdade de Letras.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mateus, Mira Helena \/ Brito, Ana Maria \/ Duarte, In\u00eas Silva \/ Faria, Isabel Hub (1989):\u00a0<i>Gram\u00e1tica da l\u00edngua portuguesa<\/i>, Lisboa: Caminho (Lisboa: Almedina,\u00a0<sup>1<\/sup>1983).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mattos e Silva, Rosa Virg\u00ednia (1989):\u00a0<i>Estruturas trecentistas: elementos para uma gram\u00e1tica do portugu\u00eas arcaico,<\/i>\u00a0Lisboa: Imprensa Nacional; Casa da Moeda.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mattos e Silva, Rosa Virg\u00ednia (1991):\u00a0<i>O portugu\u00eas arcaico: fonologia,<\/i>\u00a0S\u00e3o Paulo; Bahia: Contexto; Editora Universidade Federal da Bahia.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Perl, Matthias (1987): \u00ab&#8217;Habla Bozal&#8217;: eine spanisch-basierte Kreolsprache?\u00bb, in: Perl, Matthias (Hrsg.) (1987):\u00a0<i>Beitr\u00e4ge zur Afrikanistik und Kreolistik<\/i>\u00a0(=<i>Linguistische Studien<\/i>172), Berlin: Akademie der Wissenschaften; Zentralinstitut f\u00fcr Sprachwissenschaft, S. 1-16.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Perl, Matthias \/ Pfeiffer, Gudrun (1990): \u00abGedanken zur Entwicklung der lusitanistischen Lehre und Forschung an den deutschen Universit\u00e4ten (bis 1945)\u00bb, in: Sch\u00f6nberger, Axel \/ Scotti-Rosin, Michael (Hrsg.) (1990):\u00a0<i>Zur Wissenschaftsgeschichte der deutschsprachigen Lusitanistik: Akten des 1. gemeinsamen Kolloquiums der deutschsprachigen Lusitanistik und Katalanistik (Berlin, 20.-23. September 1990), lusitanistischer Teil; Band 1\u00a0<\/i>, Frankfurt am Main: TFM; Domus Editoria Europaea (DEE), S. 41-53.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Rangel, Jorge (1996): \u00abA l\u00edngua e a cultura portuguesa em Macau e as institui\u00e7\u00f5es ao seu servi\u00e7o no presente e no futuro\u00bb, in:\u00a0<i>Conflu\u00eancia<\/i>\u00a012, 2 semestre de 1996, S. 73-86.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Sangmeister, Hartmut (1994a): \u00abDer schwierige Weg in den Weltmarkt: Brasiliens au\u00dfenwirtschaftliche Beziehungen\u00bb, in: Briesemeister \/ Kohlhepp \/ Mertin \/ Sangmeister \/ Schrader (1994: 318-331).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Sangmeister, Hartmut (1994b): \u00abDie deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen: solide Gesch\u00e4fte zwischen ungleichen Partnern\u00bb, in: Briesemeister \/ Kohlhepp \/ Mertin \/ Sangmeister \/ Schrader (1994: 622-637).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Silva, Jaime F. da (1997): \u00abAcerca da periodiza\u00e7\u00e3o da hist\u00f3ria da l\u00edngua portuguesa\u00bb, in: Gather, Andreas \/ Werner, Heinz (Hrsg.) (1997):\u00a0<i>Semiotische Prozesse und nat\u00fcrliche Sprache: Festschrift f\u00fcr Udo L. Figge zum 60. Geburtstag,<\/i>\u00a0Stuttgart: Steiner, S. 491-514.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Anmerkungen:<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_1_\"><\/a>1. Einige hunderttausend Indianer im Inneren Brasiliens, die neben Portugiesisch noch ihre eigenen Sprachen sprechen, werden in diesem Zusammenhang nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_2_\"><\/a>2. Vgl. Bornhorst (1997a: 247).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_3_\"><\/a>3. Bornhorst (1997b: 76; 1997a: 264-265).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_4_\"><\/a>4. Bornhorst (1997b: 74b).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_5_\"><\/a>5. Bornhorst (1997b: 78b).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_6_\"><\/a>6. Sangmeister (1994: 320-321).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_7_\"><\/a>7. Sangmeister (1994: 626).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_8_\"><\/a>8. Sangmeister (1994: 630).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_9_\"><\/a>9. Vgl. Rangel (1996: 73-86).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_10_\"><\/a>10. Artikel 3 der Statuten der CPLP, abgedruckt in Gro\u00dfe (1996: 12).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_11_\"><\/a>11. Vgl. Artikel 7, in: Gro\u00dfe (1996: 13).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_12_\"><\/a>12. Vgl. Perl (1987: 1-16).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_13_\"><\/a>13. Arag\u00e3o (1997: 82-94).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_14_\"><\/a>14. Altmann (1997: 56).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_15_\"><\/a>15. Laut \u00dcbersicht \u00fcber portugiesische Themen im WS 1986\/87 und SS 1987 in Sch\u00f6nberger (1987: 61-74) wurden sprachpraktische Veranstaltungen zum brasilianischen Portugiesisch nur an der FU Berlin (Lateinamerikainstitut), an den Universit\u00e4ten Hamburg, Heidelberg, K\u00f6ln, M\u00fcnchen und T\u00fcbingen angeboten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_16_\"><\/a>16. So kann beispielsweise an der Universit\u00e4t Leipzig seit dem WS 1997\/98 Lusitanistik nicht nur, wie bei der Neugr\u00fcndung des Instituts f\u00fcr Romanistik zun\u00e4chst vorgesehen, als Nebenfach, sondern nunmehr auch als Hauptfach studiert werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_17_\"><\/a>17. Diez (1836).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_18_\"><\/a>18. Beiblatt zu\u00a0<i>Iberica<\/i>\u00a06-8 (1926; Hamburg), S. 16, zitiert in Perl (1990: 50).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_19_\"><\/a>19. L\u00fcdtke (1952\/1953).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a name=\"N_20_\"><\/a>20. G\u00e4rtner (1998).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eberhard G\u00e4rtner (Leipzig) Einige Bemerkungen zu Stand und Aufgaben der lusitanistischen Sprachwissenschaft 1 Zur internationalen Bedeutung der portugiesischen Sprache Gegenstand der lusitanistischen Sprachwissenschaft ist die wissenschaftliche Beschreibung und Erkl\u00e4rung der Entstehung des Portugiesischen aus dem Lateinischen und seiner Entwicklung, die&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/was-ist-lusitanistik\/zum-stand-der-lusitanistischen-sprachwissenschaft\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":10,"menu_order":6,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-62","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":184,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62\/revisions\/184"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/10"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}