{"id":87,"date":"2017-11-18T18:17:44","date_gmt":"2017-11-18T17:17:44","guid":{"rendered":"http:\/\/romanistisches-kolloquium.de\/dlv\/?page_id=87"},"modified":"2017-12-28T17:23:29","modified_gmt":"2017-12-28T16:23:29","slug":"preistraegerin-2013","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/foerderpreis\/preistraegerin-2013\/","title":{"rendered":"Preistr\u00e4gerin 2013"},"content":{"rendered":"<div id=\"c2157\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n1\">\n<h1 class=\"csc-firstHeader\">Georg-Rudolf-Lind-F\u00f6rderpreis f\u00fcr Lusitanistik<\/h1>\n<\/div>\n<h3>Portr\u00e4t der Preistr\u00e4gerin 2013<\/h3>\n<p class=\"bodytext\">\n<\/div>\n<div id=\"c2158\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right\">\n<div class=\"csc-textpic-imagewrap csc-textpic-single-image\"><a href=\"http:\/\/lusitanistenverband.de\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/teubner_thorau-w300px_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-673\" src=\"http:\/\/lusitanistenverband.de\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/teubner_thorau-w300px_01.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"304\" srcset=\"http:\/\/lusitanistenverband.de\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/teubner_thorau-w300px_01.jpg 300w, http:\/\/lusitanistenverband.de\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/teubner_thorau-w300px_01-296x300.jpg 296w, http:\/\/lusitanistenverband.de\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/teubner_thorau-w300px_01-260x263.jpg 260w, http:\/\/lusitanistenverband.de\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/teubner_thorau-w300px_01-160x162.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Melina Teubner<\/b>\u00a0ist 1986 in Marl geboren. Im Rahmen eines Sch\u00fcleraustausches verbrachte sie die elfte Klasse an der Escola Crescimento in S\u00e3o Luis &#8211; Maranh\u00e3o. Nach dem Abitur nahm sie im Jahre 2006 das Studium der Iberischen und Lateinamerikanischen Geschichte, der Mittleren und Neueren Geschichte sowie der Romanistik\/Portugiesisch an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln auf. W\u00e4hrend des Studiums besuchte sie die Universidade Federal do Cear\u00e1 im Rahmen eines Austauschprogrammes des portugiesisch-brasilianischen Instituts der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Studium schloss sie an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln mit einer Arbeit zum Thema \u201eSklavenschiffsk\u00f6che. Eine Untersuchung der Hilfskr\u00e4fte im brasilianischen Sklavenhandel des 19. Jahrhunderts\u201c bei Prof. Dr. Michael Zeuske ab. Hierf\u00fcr forschte sie, gef\u00f6rdert durch das PROMOS-Programm des DAAD, im Herbst 2011 im Arquivo Itamaraty und im Arquivo Nacional in Rio de Janeiro. F\u00fcr ihre Arbeit wurde sie w\u00e4hrend des 10. Deutschen Lusitanistentages in Hamburg mit dem Georg-Rudolf-Lind F\u00f6rderpreis f\u00fcr Lusitanistik ausgezeichnet.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-clear\"><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2159\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n3\">\n<h1>L a u d a t i o des Pr\u00e4sidenten des DLV<\/h1>\n<\/div>\n<h3>Anl\u00e4sslich der \u00dcberreichung des Georg-Rudolf-Lind-F\u00f6rderpreis f\u00fcr Lusitanistik 2013 am 13. September 2013 im Haus der Patriotischen Gesellschaft der Freien Hansestadt Hamburg<\/h3>\n<p class=\"bodytext\">Meine Damen und Herren:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ich freue mich au\u00dferordentlich, da\u00df der in der Amtszeit von 1999-2001 eingerichtete\u00a0<i>Georg-Rudolf-Lind-F\u00f6rderpreis f\u00fcr Lusitanistik<\/i>\u00a0des Deutschen Lusitanistenverbandes heute, am 12. September 2013, im Rahmen des 10. Deutschen Lusitanistentages, zum vierten Mal vergeben werden kann; ein Preis, der nach unserem gro\u00dfen, 1990 (geb. 1925) verstorbenen Kollegen Georg Rudolf Lind benannt ist \u2013 was w\u00e4re die Fernando Pessoa-Rezeption ohne seine \u00fcbersetzerische und wissenschaftliche Arbeit \u2013 ein Preis, mit dem jeweils ein junger deutschsprachiger Wissenschaftler, eine Wissenschaftlerin, f\u00fcr seine\/ihre herausragende Arbeit auf dem Gebiet der portugiesischen, brasilianischen und lusophonen afrikanischen Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaft ausgezeichnet werden soll, und der mit 500.- Euro dotiert ist. Das ist zwar bescheiden, es ist dies ja auch eher ein symbolischer Preis, die Anerkennung und die dadurch m\u00f6glicherweise erworbene Reputation f\u00fcr eine wissenschaftliche Weiterf\u00f6rderung wiegen schwerer.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Preis der Amtsperiode 2011-2013 geht an\u00a0<b>Melina Teubner<\/b>\u00a0aus H\u00fcrth bei K\u00f6ln.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Melina Teubner studierte Geschichtswissenschaften \u2013 Schwerpunkt Mittlere und Neuere Geschichte wie Iberische- und Lateinamerikanische Geschichte \u2013 sowie Romanistik mit dem Schwerpunkt Portugiesisch an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Von Anfang an galt ihr Interesse Brasilien \u2013 sie hatte 2007-2008 schon als kaum Zwanzigj\u00e4hrige mit einem Stipendium auch an der Universidade Federal do Cear\u00e1 in Fortaleza studiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Geschichte und Romanistik: Eine interessante Kombination, aus der eine hochinteressante Magisterarbeit hervorging, f\u00fcr die sie gef\u00f6rdert durch ein PROMOS-Stipendium des DAAD in Archiven in Rio de Janeiro recherchierte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eAm 12. Oktober 1827 wurde das Sklavenschiff Diana durch die Besatzung des englischen Schiffes\u00a0<i>Sybelle<\/i>\u00a0im Golf von Guinea nordwestlich der Inseln S\u00e3o Tom\u00e9 und Pr\u00edncipe n\u00f6rdlich des \u00c4quators aufgebracht. [\u2026] Bereits seit 1815 war es portugiesischen und brasilianischen Schiffen verboten, in Gebieten, die n\u00f6rdlich des \u00c4quators lagen, Gefangene an Bord zu nehmen. [\u2026] Unter diesen war auch der Schiffskoch Jo\u00e3o de Deos. Er selbst war Jahre zuvor von der K\u00fcste des Golfes von Benin nach Brasilien verschleppt worden, um dort als Sklave verkauft zu werden. Nach der Erlangung der eigenen Freiheit entschied er sich daf\u00fcr, als Schiffskoch im transatlantischen Sklavenhandel zu arbeiten.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">So lesen wir in Melina Teubners Magisterarbeit:\u00a0<i>\u201eSklavenschiffsk\u00f6che. Eine Untersuchung der Hilfskr\u00e4fte im brasilianischen Sklavenhandel des 19. Jahrhunderts\u201c<\/i>. Die Arbeit wurde Prof. Dr. Michael Zeuske (als Erstgutachter, ausgewiesener Forscher \u00fcber die atlantische Sklaverei) und dem Zweitgutachter Prof. Dr. Holger Meding mit der Note 1,0 bewertet.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Arbeit ist der\u00a0<i>life history<\/i>\u00a0verpflichtet und als solche ein \u00e4u\u00dferst gelungenes Beispiel f\u00fcr\u00a0<i>micro-hist\u00f3ria<\/i>. Man liest sich sofort in die Arbeit hinein und kann gar nicht mehr stoppen, denn Melina Teubner kann sehr gut schreiben und es gelingt ihr hervorragend, Wissenschaftliches und Anekdotisches geschickt mit einander zu verkn\u00fcpfen und anschaulich zu vermitteln. Wir vom Vorstand freuen uns auch sehr, eine Geschichtswissenschaftliche Arbeit auszeichnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Lassen Sie mich kurz aus den Gutachten zitieren. Im Gutachten von Professor Zeuske hei\u00dft es:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eMelina Teubner hat eine sehr gute, sogar exzellente Magisterarbeit geschrieben. In ihrer Einleitung legt die Autorin dar, was das Problem und der Status von Sklavenschiffk\u00f6chen war, zeigt ihre schwierig zu erfassenden Quellen auf (u.a. durch sehr eigenst\u00e4ndige Archivarbeiten) und pr\u00e4sentiert ihren methodischen Ansatz (mikrohistorische Zug\u00e4nge zur Makrostruktur des Sklavenhandelsatlantik oder\u00a0<i>hidden Atlantic<\/i>) [\u2026].<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im 3. Kapitel zeichnet Melina Teubner [\u2026] ein Sklavenleben als Vorgeschichte eines Lebens als Sklavenhandelskoch nach, mit zum Teil exzellenten Informationen und sehr guten, aber gleichwohl vorsichtigen Interpretationen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Und im Gutachten von Professor Meding vom 12. 2. 2012 lesen wir:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eIn ihrer Magisterarbeit widmet sich die Vf. einem scheinbaren Randthema des Sklavenhandels. Es gelingt ihr jedoch in nachvollziehbarer Weise, die Bedeutsamkeit der von ihr untersuchten Gruppe f\u00fcr die Infrastruktur des transatlantischen Transportsystems, das sich zwischen abolitionistischen Str\u00f6mungen und den manifesten Interessen der Sklavenhalterwirtschaft entwickelte, herauszuarbeiten. [\u2026]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In der T\u00e4tigkeit der Schiffk\u00f6che afrikanischer Herkunft lassen sich interkulturelle Auswirkungen im Bereich der Ern\u00e4hrungsgewohnheiten und Zubereitungsweisen ausmachen, die zur Herausbildung afroamerikanischer Kulturen beitrugen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Vf. hat sich dieser komplexen Thematik in beeindruckender Weise auf der Basis gedruckter und ungedruckter Quellen sowie unter breiter Nutzung der Forschungsliteratur gen\u00e4hert. In Vorgehensweise (Pr\u00e4zisierung anhand eines Fallbeispiels), Strukturierung und Ausf\u00fchrung liegt eine solide Leistung vor. [\u2026] Eine Ver\u00f6ffentlichung der Forschungsergebnisse halte ich f\u00fcr empfehlenswert.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das sehen wir vom Vorstand des Lusitanistenverbandes auch so, das Preisgeld k\u00f6nnte man in diesem Sinne auch als Druckkostenzuschuss sehen. Vielleicht erweitern Sie Ihre Magisterarbeit aber auch zu einer Dissertation.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ich freue mich nun, ihnen den Preis \u00fcberreichen zu d\u00fcrfen und w\u00fcnsche Ihnen im Namen des Vorstandes des DLV f\u00fcr weitere wissenschaftliche Ihre Zukunft alles, alles Gute.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Prof. Dr. Henry Thorau<br \/>\nPr\u00e4sident des Deutschen Lusitanistenverbandes DLV<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georg-Rudolf-Lind-F\u00f6rderpreis f\u00fcr Lusitanistik Portr\u00e4t der Preistr\u00e4gerin 2013 Melina Teubner\u00a0ist 1986 in Marl geboren. Im Rahmen eines Sch\u00fcleraustausches verbrachte sie die elfte Klasse an der Escola Crescimento in S\u00e3o Luis &#8211; Maranh\u00e3o. Nach dem Abitur nahm sie im Jahre 2006 das&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/foerderpreis\/preistraegerin-2013\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":18,"menu_order":12,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-87","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/87","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/87\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":674,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/87\/revisions\/674"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/18"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/lusitanistenverband.de\/pt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}