Afrolusitanistik

Matthias Perl (Universität Mainz)

Afrolusitanistik im deutschsprachigen Raum

Geschichte und Gegenwart einer Grenzdisziplin (1)

0 Begriffsbestimmung

Fast zeitgleich und gezwungenermaßen unabhängig voneinander wurde Anfang der achtziger Jahre das Aufgabenfeld der linguistischen Afrolusitanistik von deutschsprachigen Romanisten abgesteckt.

Der Kieler Jürgen Schmidt-Radefeldt (1983: 275-302) informiert in einem Aufsatz über die historische Herausbildung der Präsenz des Französischen und Portugiesischen in Afrika und über das Studium der dort gesprochenen Sprachvarietäten. Zur gleichen Zeit stellt der Leipziger Matthias Perl (1983: 299-301) einen Aufgabenkatalog der Afrolusitanistik vor. Die Leipziger Romanisten greifen später noch einmal die Diskussion zum Aufgabengebiet der Afrolusitanistik auf (Endruschat / Hundt / Leiste / Perl 1989). Interessant war zu diesem Zeitpunkt die Diskussion, ob die Beschäftigung mit den Varietäten des Portugiesischen in Afrika und den portugiesisch-basierten Kreolsprachen Aufgabe der Romanistik oder der Afrikanistik sein sollte. Hier gab es durchaus Überschneidungen. In der DDR wurde die lusophone Literatur Afrikas von Afrikanisten untersucht, das Studium des Portugiesischen in Afrika und der Kreolsprachen blieb Lehr- und Forschungsgegenstand der Romanisten.

Im nichtdeutschsprachigen Ausland wurde ebenfalls die Beschäftigung mit der portugiesischen Sprache und Literatur in Afrika meist als Aufgabe der romanistischen Abteilungen angesehen, so z. B. in den dafür international bekannten Zentren in Rennes, Leningrad (St. Petersburg), Bukarest, Lissabon, Louvain und an verschiedenen brasilianischen Universitäten. Diese Tatsache läßt sich natürlich auch damit begründen, daß es immer mehr Institute für Romanistik als solche für Afrikanistik gab. Es war jedoch kein Zufall, daß sich die Afrolusitanistik besonders gut an den Universitäten entwickeln konnte, wo eine Zusammenarbeit von Afrikanisten und Romanisten möglich war.

Bibliographische Hinweise zum Studium der lusophonen Literatur in Afrika, zur Landeskunde und zu afrikanischen Sprachvarietäten brachte später auch der Frankfurter Romanist Axel Schönberger (1988).

In meinem Aufsatz werde ich mich notwendigerweise auf die linguistische Afrolusitanistik und auf die Studien zu portugiesisch-basierten Kreolsprachen in Afrika beschränken und Arbeiten zu außerafrikanischen Varietäten nur am Anfang erwähnen, da deutlich werden soll, daß die ersten Beschreibungen von portugiesisch-basierten Pidgins und Kreols durch deutschsprachige Reisende, Missionare und Philologen erfolgte. Es gibt also für dieses Gebiet eine lange Wissenschaftstradition, auch wenn die ersten Beschreibungen noch nicht von Philologen stammen.

Für die literaturwissenschaftliche Afrolusitanistik soll nur gesagt werden, daß es bis 1991 hierfür ein international anerkanntes Zentrum an der Leipziger Sektion für Afrika- und Nahostwissenschaften gab, die nach der Wiedervereinigung abgewickelt wurde. Unter Leitung des Literatur- und Kulturwissenschaftlers Rainer Arnold wurden mehrere Dissertationen unter anderem zur angolanischen Literatur, zur lusophonen Lyrik in Afrika und zu anderen Themen fertiggestellt. Die Autoren weilten zum Teil für längere Zeit in den entsprechenden afrikanischen Ländern (Gebert 1986, Mildner-Spindler 1987, Traumann 1988).

Im deutschsprachigen Raum haben sich in den letzten Jahren mehrere Fachkollegen auf die portugiesischsprachige Literatur in Afrika spezialisiert. Hierfür sind besonders bekannt: Heike Gebert in Leipzig, Ilse Pollack in Wien, Christa Serauky in Berlin, Gerhard Schönberger in Frankfurt am Main, Hans-Peter Heilmair-Reichenbach in Freiburg im Breisgau, der jetzt an einer Habilitationsschrift zur Lusographie und Lusophonie in Afrika arbeitet, und der seit vielen Jahren in Deutschland tätige portugiesische Kollege Luciano Caetano da Rosa in Mainz.

Wenn man sich die Arbeiten der genannten Kollegen anschaut, fällt auf, daß es Spezialisten für fast alle offiziell portugiesischsprachigen Länder in Afrika (PALOP) gibt: Caetano da Rosa, Gebert und Serauky für Angola, G. Schönberger für Mosambik, Pollack und Heilmair-Reichenbach für die Kapverden sowie Caetano da Rosa für São Tomé e Príncipe sowie Guinea-Bissau. Es soll bereits an dieser Stelle erwähnt werden, daß die in Bonn befindliche Deutsche Gesellschaft für die Afrikanischen Staaten Portugiesischer Sprache (DASP) mit ihren Tagungen und Symposien sowie mit den DASP-Heften entscheidend zur Verbesserung der Kenntnisse über die PALOP-Staaten beigetragen hat. Zu den wissenschaftlichen Tagungen wurden und werden immer auch Literatur- und Sprachwissenschaftler eingeladen. Die Zeitschrift Lusoramastellt der Afrolusitanistik – auch in einer eigenen Beiheftreihe – ebenfalls ein wichtiges Forum zur Verfügung.

1 Die deutschsprachige Reiseliteratur

Der wahrscheinlich erste Text in einer Kreolsprache bzw. deren Vorstadium als portugiesische Handelssprache wurde von dem thüringischen Reisenden George Meister in Indonesien aufgezeichnet. Es handelt sich um ein Gespräch zwischen einem holländischen und einem schwedischen Soldaten. Auch wenn dieser Text nicht zur Afrolusitanistik gehört, soll er dennoch angeführt werden, da es sich um das früheste nichtliterarische Dokument in einer Kreolsprache bzw. seiner Vorgängervarietät, einem Pidgin-Portugiesisch, handelt. Wie ich später zeigen werde, gibt es mehrfache Beziehungen von deutschsprachigen Reisenden bzw. Philologen zu Kreolsprachen. Das nachstehende Textfragment wird als ältester Beleg einer Vorstufe zu einer Kreolsprache angesehen (Meister 1692 (1973: 137-140):

«Indianisch-portugiesisches und teutsches Gespräche zwischen zweien Soldaten, namens Orlam und Orenpare, Orlam ist ein alter in Indien schon einige Jahre gewesener, Orenpare aber ein neuer aus Holland kommender Soldate, der eine ein Holländer, der andere ein Schwede von Nation.

Teutsch

Orenpare

Glück zu Kamrad.

Orlam

Großen Dank, Kamrad, willkommen auf Java Major oder Batavia.

Orenpare

Dieses ist ein überaus warmes Land

Orlam

Das machet die Sonne und dero heftiges Strahlen-Brennen.

Orenpare

Ists hier allezeit so warm?

Orlam

Ja allezeit, jahraus, -ein.

Orenpare

O! verwunderliche Welt gegen Europa, unserm Vaterlande oder allezeit kalten Norden-Ländern.

Orlam

Mit der Zeit verändert sich die Gewohnheit in die Natur.

Orenpare

Fallen hier keine kühlen Winde oder Regen, welche das Land, Menschen und Vieh erquicken?

Orlam

So der Winter- oder Regen-Mond (Sonne hier genannt) kömmt, fället nicht alleine Regen und Wind, sondern auch große Ungewitter.

Orenpare

Hat man viel Soldaten in Besatzung?

Orlam

Nicht weiß ich recht, irgend ungefähr zehentausend fünfhundert Mann im Lande.

Orenpare

Ist dies der stolze Riese und Trutz der Indianer, mich wundert, daß bei so wenig Militair die vielen Nationes von fremden Völkern, bevoran die Chineser, nicht einmal ihren Vorteil absehen.

Orlam

Was, meinet der Kamrad eine Rebellerei? Die Holländer sind keine Narren, zu dem Ende dürfen sie keinen Kryß, vielweniger ander Gewehr bei großer Strafe in ihren Häusern hegen.

Orenpare

Dieses ist eine andere Art von Krebsen, wenn die Sache sich so verhält, so können sie wohl schwerlich zu einem solchen wichtigen Augenblick gelangen.

Orlam

Lieber, laßt uns bei die Chineser gehen und zuschauen, ob er nicht ein gut Früstück von einem frischen Salat und Bratwurst hat, wie Auch einen guten Trunk indianischen Branntwein, Arack.

Orenpare

Nach Belieben des Herrn Kamrads, ich hab ohndies heut noch nicht viel gegessen.

Orlam

Der Kamerad setze sich, wir werden balde dasjenige bekommen, damit wir den jagen wollen, der uns gejaget hat.

Orenpare

Ich habe großen Durst, mit Branntwein aber werd ich ihn schwerlich stillen.

Orlam

Die braunschweigische Mumme ist hier zu Batavia sehr teuer. Wir müssen einen guten Trunk Zucker-Bier kommen lassen.

Orenpare

Was der Kamrad befiehlet, wird mir lieb

Orlam

Chines, bringe Bier her, welches gut ist.

Orenpare

Herr Kamrad, wann man hier zu Felde gehet, wider die Wilden, machen sie starke Truppen.

Orlam

Viertausend müssen alle viel bei der Sache tun.

Orenpare

Wieviel Tausend ist der Feind stark, oder wie stark aber sind die Indianer und Feinde.

Orlam

Zuweilen sind sie hunderttausend und mehr stark.

Orenpare

Wie können aber bei so einer Hand voll Volk die Holländer sich eine Viktoria versprechen.

Orlam

Genug, daß die schwarzen Affen wir auf die Flucht jagen.

Orenpare

Wieviel hat die Glocke geschlagen?

Orlam

Die Glocke hat 10 geschlagen.

Orenpare

Ich muß eilend gehen, unsere Kompagnie wird ins Kastell marschieren.

Orlam

Herr Kamrad, warte noch ein wenig, es ist noch Zeit genug.

Orenpare

Wir kommen schon wieder zusammen, hier ist mein Geld, Gott bewahr ihn, Herr Kamrad.

(genug)

Portigi

Orenpare

Dabetjes Camrad.

Orlam

Mutemesi Camrad bene vene aqui Supra Java Major au Batavia.

Orenpare

Este Terre mute cinte.

Orlam

Causa Sole com ille mute Cima.

Orenpare

Semper aqui aussi cinte.

Orlam

Se semper Anno de Annos.

Orenpare

O! Miracul de Munde, contra Europae, nos Patria au semper frige cum nova Zembla.

Orlam

Cum Tampo mutato Gostutume inoter Naturae.

Orenpare

Nontein un oter tempo loda vente frigidad au schoune qui Terre Animales homines recreade?

Orlam

Tempo de Tschoue wi tante vente schue

cum tampe grande Travedec au imper nes.

Orenpare

Quante Soldatos aqui pour garde Cidate cum fortesse?

Orlam

Non save tret e deus Mille sinco Centd tenderdera.

Orenpare

Este Kigange superbe possible aussi tante Nationes primere gentes de China quibon Soldatos de Corson grande tamte bon sinsemente.

Orlam

Lembre Camrad un Rebellere ratien sihnores Hollandeses nontein Dotes per mor de este a poena grande illoders pode non carta un Criis sua corpe, mais mines garde oter Armo tentre Casa.

Orenpare

Est un oter sivertade te Gamrang pode fase possible cosa inpossible.

Orlam

Milior wams Camrad no uslo Ande tenter un Casa chinesa lomande Araca un bon Salat cum Linguise fresca.

Orenpare

De Volunte die signor Camerade Eebo daeng fomo agore, osie nocke Came mude.

Orlam

Sante signor Camrad inde agore Lovi qui matte Fome per fomi lo faige Cure.

Orenpare

Eho grande secure cum Araca nom pode matte secure.

Orlam

Mumme de Braunschweiga Batavia mute caro. Lomande tri oter bier de Sücker.

Orenpare

Qui signor Camrad mande ego Eho con tänte.

Orlam

Chine tres aqui cras bier qui deng bon.

Orenpare

Sihnor Camrad si vous oters pour ante campe contra Indianos au Inimigos lo formade un grande Arme.

Orlam

Quater Mille tante Gentes.

Orenpare

Quante Mille Inimigos.

Orlam

Un tempo cente mille inimigos un tempo mais forte.

Orenpare

Un tang pote Cum mau gerti qui lei manire de aussi tamemino Soldatos pode gange Victorie.

Orlam

Pasta Hollandeses este Buscho pretesloda tante Pancade pour muste curre.

Orenpare

Quanta Hora agore Jatalge.

Orlam

Relosshe jada deuts hora jatalge.

Orenpare

Elo preste ante nos Compagnie la marche porla Castelle.

Orlam

Singor Camrad, spere un poco Mais non teyn tarde per marsche.

Orenpare

Oter Tempe Lovi torne acqui aki daeng mine denire deos garde por vosse signor Camradi.

(pasdac)»

Handelte es sich in diesem wahrscheinlich frühesten Text in einer Pidgin- bzw. Kreolsprache um die Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen zwei Europäern durch einen deutschen Chronisten, kann man auch für den ersten schriftlichen Text, der von einem muttersprachlichen Sprecher in einer zumindest zum Teil portugiesisch-basierten Kreolsprache, dem Saramakkischen in Suriname, verfaßt wurde, deutsche Missionare als Adressaten nennen.

Die Herrnhuter protestantischen Missionare begannen ihre Mission unter den Buschnegern Surinames im Jahre 1763. Von 1780 bis 1899 schrieben konvertierte Sklaven bzw. Maroons 33 Briefe an die Herrnhuter Brüder. Diese Dokumente in den Sprachen Saramakkisch und Sranan entdeckte ich im Herrnhuter Archiv und konnte sie 1992 auf einer Konferenz in Amsterdam erstmals vorstellen. Zusammen mit Jacques Arends (Amsterdam) habe ich einige Briefe mittlerweile veröffentlicht (vgl. Arends / Perl 1995 und Perl 1995c).

Deutsche Quellen enthalten somit nicht nur den ersten nichtliterarischen Text in einer portugiesisch-basierten Pidgin- bzw. Kreolsprache, sondern auch den wahrscheinlich ersten von einem muttersprachlichen Sprecher verfaßten Text in einer zumindest teilweise portugiesisch-basierten Kreolsprache (Saramakkisch).

Metasprachliche Äußerungen zur Sprachsituation in Afrika oder die Anführung von kleineren Textpassagen können als erste vorwissenschaftliche Beschäftigung mit dem Portugiesischen und den portugiesischen Kreolsprachen angesehen werden.

An der portugiesischen Kolonialexpansion nahmen von Anfang an auch deutsche Händler und Soldaten teil. Bereits im 15. Jahrhundert gründeten deutsche Handelshäuser Niederlassungen in Lissabon. Die ersten Privilegienbriefe für deutsche Kaufleute datieren aus dem Jahre 1452 (Ehrhardt 1980: 40).

«Im Jahre 1502 erlangte ein deutscher Kaufmann die Erlaubnis, Vasco da Gama auf seiner zweiten Reise nach Indien zu begleiten, ganz zu schweigen von den drei Schiffen, welche die Welser aus Augsburg in die Flotte des Vizekönigs Francisco de Almeida integrieren konnten, die 1505 von Lissabon nach Indien auslief. Der Faktor und Schreiber der Welser, der diese Expedition begleitete, veröffentlichte vier Jahre später seinen Bericht unter dem Titel: Die Merfart vñ erfarung nüwer Schiffung vnd Wege zu viln onerkanten Inseln vnd Künigreichen […]» (Ehrhardt 1980: 40).

Neben Direktberichten von deutschen Reiseteilnehmern wurden nach Erfindung des Buchdrucks auch zahlreiche ursprünglich in portugiesischer oder lateinischer Sprache verfaßte Reiseberichte ins Deutsche übersetzt und in Deutschland verbreitet. Der Drucker, Geschichtsschreiber und Notar der deutschen Kolonie in Lissabon, Valentin Fernandes aus Mähren, der von 1495 bis 1516 in Lissabon lebte, hatte daran einen wesentlichen Anteil (vgl. Ehrhardt 1980: 40).

Eine der ersten deutschsprachigen Beschreibungen der Goldküste, worin auch die Portugiesischkenntnisse der Afrikaner erwähnt werden, stammt aus dem Jahre 1603 von Gotthart Arthus von Dantzig (1603: 8):

«Die Eynwohner seyn unter ihren Obersten / die sie nennen Taba, und seynd ihnen sehr underthänig / ihre Befehl und Gebott außzurichten / die Könige oder Obersten in den Flecken halten sich gar prächtig / und haben ein groß Ansehen / dann sie regieren sehr gestreng / und halten ihre Underthanen in grosser Forcht / ihre Sprach ist an einem Ort etwas anders als am andern / dann die mehrerteils ein wenig Frantzösisch mit unter mengen / und dasselbe daher / daß sie gewohnet seyn / mit den Frantzosen viel zu handeln / dadurch sie dann die Sprach ein wenig begriffen / wie auch die Völcker / so am Goldgestad wohnen / gleichfalls gethan haben / welche auch ein wenig Portugalisch pflegen zu reden / und dasselbe daher / daß die Portugaleser hiebevor viel mit ihnen gehandelt haben.»

Aus einem in Amsterdam 1671 in deutscher Sprache verfaßten Reisebericht geht hervor, daß es zu dieser Zeit bereits ein gebrochenes Portugiesisch gab:

«An eben demselben Strande / nicht weit vom Alischen Hafen / liegt das Vorgebürge / Cabode Mafte auf Portugallisch genennet / und drey Meilen hiervon Porto Novo … In diesem Guineischen Strande liegen erstlich die Flüsse Rio das Palmas, und Rio Galinhas auf Portugallisch genennet … Im Königreiche Fetu liegt am Strande ein Dorf / welches die Einwohner Igwa nennen / die Weissen aber auf gebrochenes Portugallisch Cabo Curgo» (Dapper 1671: 337).

«Meist alle Einwohner uem dieses Vorgebuerge heruem / als auch dieselben am Flusse Gabon / reden / neben ihrer eigenen Landsprache / durch den langen uemgang mit den Portugalliern / eine gebrochene Portugallische Sprache» (Dapper 1671: 405).

«Sie haben mit den Voelckern von Fetu / Atti / Sabon / Kommendo / und Abramboe / als auch Fantin / fast einerley Sprache / doch etwas lieblicher. Die mit den Holländern am Strande handeln / reden fast alle die gebrochene Portugallische Sprache» (Dapper 1671: 452).

«Die Voelcker von Akara / Nengo / und Sinko haben auch eine unterschiedliche Sprache / und können einander / woe wohl sie Nachbahren seynd / nicht verstehen. Aber meist alle dieselben / die so wohl Landwaertsein / als am Strande wohnen / und mit den Weissen handeln / reden die gebrochne Portugallische / und Niederdeutsche / auch etliche die Fransoesische Sprache» (Dapper 1671: 472).»

Auch das Entstehen der für die Weiterverbreitung des gebrochenen Portugiesisch wichtigen Mischbevölkerung wird bei Dapper beschrieben:

«Auf das klahre Ecke folget Punto Lugar; und eine halbe Meile weiter / und sieben Meilen vom Alischen Hafen / an einem kleinen Flusse der offene Flecken / Juala: da etliche Portugallier wohnen / und eine ziemliche anzahl Mulater / welche gelbe oder braungelbe von Farbe / und aus einem Weissen Vater / und einer Schwarzen Mutter gezeuget. Beyde treiben alhier Kaufhandel» (Dapper 1671: 346).»

Die Herausbildung des portugiesisch-basierten Kreolisch in Westafrika wird auch anhand der deutschsprachigen Reiseliteratur ersichtlich:

«Als dieses Land im Jahre 1420 von den Portugiesen erobert wurde: so ließen sich einige von dieser Nation hier nieder die unter den Mandingoern wohnten, und endlich eine Nachkommenschaft hervorbrachten, die ebenso schwarz war. Sie haben noch eine Art von einer verderbten portugiesischen Sprache übrig, welche die creolische genannt wird, und hier sehr gewöhnlich ist, ob man sie gleich zu Lissabon kaum verstehen würde. Die Engländer lernen sie geschwinder als irgend eine andere Sprache in dieser Gegend und sie wird von allen Dolmetschern gesprochen, die sich sowohl von Privatkaufleuten, als der Compagnie brauchen lassen. Weil sie sich durch einen Priester taufen und trauen lassen, der zu diesem Ende jährlich von St. Tiago … hergeschickt wird; so wollen sie immer noch eben sowohl für Weiße, als Christen, angesehen seyn, und nichts ärgert sie mehr, als wenn man sie Neger nennet» (Allgemeine Historie 1748: 148).

«Die Mandingoer haben auch eine geheime Sprache, die den Weibern gänzlich unbekannt ist, und die nur allein von den Männern gesprochen, und selten anders von ihnen gebraucht wird, als in Gesprächen über den schon erwähnten Mumbo Jumbo. Die nächste hier übliche Sprache ist Creolisch-portugiesisch, eine unächte Art Portugiesisch, welches man kaum zu Lissabon versteht. Sie ist aber den Engländern leichter zu erlernen, als irgend eine andere Sprache um den Fluß herum. Sie wird allezeit von den Sprachkundigen gesprochen, die in den Diensten der Compagnie und der Privatkaufleute stehen» (Allgemeine Historie 1748: 222).

Diese Textstellen sind für die Kreolistik besonders interessant, da deutlich wird, daß nicht nur Afrikaner und Portugiesen bzw. die genannte Mischbevölkerung Kreolisch sprachen, sondern auch Engländer. Geht doch die monogenetische Entstehungstheorie für die Existenz von Kreolsprachen davon aus, daß auf den Schiffen aller möglichen Nationen und in den verschiedenen Faktoreien die portugiesische Handelssprache bzw. später ein portugiesisches Kreolisch gesprochen wurde. Somit spielt es keine Rolle, ob die Sklaven über portugiesische oder andere Sklavenhändler nach Amerika gelangten.

Daß die Mulatten besonders zur Verbreitung des gebrochenen Portugiesisch beitrugen, erwähnt auch Oberländer (1885: 221):

«Die zahlreichen Mulatten bewohnen ein besonderes Stadtviertel und sprechen eine Art von portugiesischen Jargon. Seit jener Zeit haben sich auch einige Engländer in Waida niedergelassen und katholische Missionare eine Station gegründet.»

Sowohl für die Region Senegambien als auch für das Gebiet Kongo / Angola gibt es metalinguistische Beschreibungen von deutschen Reisenden.

«Mit einem Führer, der nichts sprach noch verstand als Creolen-Portugiesisch, als welches sich zur Sprache Camoens ungefährt so verhält wie das breiteste Memminger deutsch zum hannöverschen Dialekte, machte ich mich auf den Weg und einem frischen Nordwinde entgegen, der nie dem Gedanken Raum gab, als befinde ich mich wirklich noch in der Breite Senegambiens» (Brunner 1840: 227).

«Dasselbe gilt ebenso für das sprachliche Capitel, das ich indeß nicht unterdrücken wollte, weil es auch schon in dieser Form den Reisenden vielleicht einigen Anhalt für die bis jetzt noch nicht auf das Linguistische ausgedehnten Studien geben kann. Ich selbst kam ohne Rathgeber an die Westküste, da der rasche Entschluß, dieselbe persönlich zu besuchen, Vorbereitungen in Deutschland ausgeschlossen hatte, und die literarischen Hülfsmittel, die in der Bagage der Expedition erwartet wurden, mit dieser zu Grunde gegangen war, so daß ich mich auf ein im eigenen Gepäck mitgeführtes Compendium reducirt sah. Außerdem hatten die an der Loango-Küste gesprochenen Dialekte noch keine grammatische Behandlung erhalten, und den Europäern an der Küste lag eine Beschäftigung damit fern und fremd, da das unter den Negern verbreitete Portugiesisch (oder vielmehr der daraus und aus spanischen, englischen, französischen und anderen Sprachfetzen zusammengestoppelte Jargon) zum Verkehr genügte. So leicht es nun nach eniger Uebung den Reisenden zu werden pflegt, sich in eine fremde Sprache soweit hineinzufinden, um sich mit ihr verständlich zu machen, so schwer ist es andererseits, eine nur gehörte Sprache von noch unbekanntem Bau auf bestimmte Regeln zurückzuführen, wenn man mehr will, als mechanisch einige Vocabularien und Dialoguen einlernen» (Bastian 1874-1875: IX).

Der Vergleich der beiden Berichte läßt unschwer die rassistische Grundhaltung von Bastian und seine völlige Ignoranz in linguistischen Fragen erkennen.

Deutschsprachige Reisende bestätigen somit in ihren Berichten die Entwicklung des Portugiesischen über ein gebrochenes Portugiesisch (die vereinfachte Handelssprache) zum Portugiesisch-Kreolischen in den jeweiligen Gebieten.

2 Die Arbeiten der deutschsprachigen Missionarslinguistik

Katholische deutschsprachige Missionare gingen seit dem 16. Jahrhundert nach Südamerika, Vorderasien, Indien, China und Japan. Ab dem 17. Jahrhundert beginnen auch protestantische Missionen ihre Tätigkeit, meist in dänischen oder niederländischen Überseegebieten. Ein vollständiger Überblick über die Missionsgebiete und die dort entstandenen Sprachbeschreibungen steht meines Wissens noch aus.

Von deutschsprachigen Missionen in lusophonen Gebieten sind besonders die zahlreichen Publikationen der Hallenser Pietisten bekannt, die im 18. Jahrhundert an der indischen Ostküste tätig waren und die Arbeiten der bereits erwähnten Vertreter der Herrnhuter Brüder-Gemeine, die 1734 in Suriname eintrafen. Da das dort gesprochene Saramakkisch zumindest teilweise auch als portugiesisch-basiertes Kreol angesehen werden kann, sind die Beschreibungen der Herrnhuter für Studien des Portugiesischen bzw. der portugiesisch-basierten Kreolsprachen wichtig. Für Afrika steht eine systematische Erfassung der in den Archiven vorhandenen Dokumente noch aus. Für Suriname gibt es diese bereits für das Archiv in Herrnhut, Utrecht und teilweise für Bethlehem (U.S.A.) (vgl. hierzu Heft 12/1996 der Amsterdam Creole Studies). Portugiesische und kreolportugiesische Dokumente aus Indien sind auch im Hallenser Archiv der Franckeschen Stiftungen bereits ausgewertet worden (Vermeer 1974; Perl, im Druck).

Wichtig ist meines Erachtens der Hinweis, daß deutschsprachige Missionare immer versuchten, die indigenen Sprachen zu erlernen, um sie dann für die Missionsarbeit nutzen zu können. Diesem Umstand verdanken wir heute auch die Beschreibungen von portugiesisch-basierten Kreolsprachen, unter anderem des Saramakkischen in Suriname (vgl. Arends / Perl 1995).

3 Das wissenschaftliche Interesse

an außereuropäischen Varietäten des Portugiesischen

und an portugiesischen Kreolsprachen in Afrika

Während es, wie bereits erwähnt, schon im 18. Jahrhundert Beschreibungen der Grammatik z. B. des Saramakkischen durch deutsche Missionare in Suriname gab (Arends / Perl 1995; Perl 1995c), lassen sich so frühe Studien zum Portugiesischen und/oder zu portugiesischen Kreolsprachen in Afrika nicht nachweisen.

3.1 Hugo Schuchardt

Hugo Schuchardt wurde 1842 in Gotha geboren. Seine erste akademische Stelle erhielt er 1870 an der Universität Leipzig. 1873 wurde er an die Universität Halle berufen und ging von dort 1876 nach Graz, wo er bis zum Jahre 1900 lehrte. Einen Ruf zurück nach Leipzig lehnte er ab.

Er gilt als der Begründer der Kreolistik, zumindest gehört er zu den drei Sprachwissenschaftlern, die diese Disziplin Ende des 19. Jahrhunderts entscheidend entwickeln konnten. Der Holländer Dirk Christiaan Hesseling und der Portugiese Francisco Adolpho Coelho werden zwar auch als Pioniere der Kreolistik angesehen, die wissenschaftliche Produktivität von Schuchardt konnten sie aber nicht erreichen.

Schuchardt werden 770 wissenschaftliche Publikationen zugeschrieben.

Mehr als 10 000 Briefe, die zum größten Teil noch heute im Schuchardt-Archiv der Grazer Universitätsbibliothek vorhanden sind, geben Zeugnis von seinen wissenschaftlichen Interessen und seinen Kontakten zu Fachkollegen in der ganzen Welt (vgl. auch Schuchardt 1979: XX-XXI).

Schuchardt, ein Schüler von Friedrich Christian Diez, galt zu seiner Zeit als vehementer Kritiker der Junggrammatiker, die versuchten, sprachwissenschaftliche Phänomene analog zu naturwissenschaftlichen exakt zu beschreiben. Dieser Annahme von ausnahmslos funktionierenden Gesetzen setzte Schuchardt seine Studien zur Sprachvariation, Sprachmischung und Sprachveränderung entgegen (vgl. Schwarze 1980: 28).

Zu seinen kreolischen Studien sagt er selbst:

«In ihrer allgemein sprachwissenschaftlichen Bedeutung sind die kreolischen Mundarten noch nicht voll gewürdigt worden. Man pflegt sie als Ergebnisse sehr eigenartiger oder hochgradiger Mischung zu betrachten; aber das was sie kennzeichnet, ist vielmehr, wenn ich so sagen darf, der volapükische Zug. Immer und überall bilden sich Vermittlungs-, Hülfs-, Notsprachen. Die meisten schwinden wieder mit der Gelegenheit die sie geboren hat. Manche dauern fort und festigen sich ohne sich wesentlich zu entwickeln. Dieses tun andre, aber nur indem sie die neben ihnen stehenden Muttersprachen verdrängen und ersetzen. So sind hauptsächlich die negerkreolischen Mundarten emporgekommen, gefördert durch die mehr oder weniger grosse Mannigfaltigkeit der Sprachen innerhalb der Sklavenbevölkerungen» (Schuchardt 1914: III-IV; zitiert nach Le Page 1980: 114).

Bedeutend sind seine Arbeiten zu den portugiesischen Kreolsprachen. Bereits sein erster Aufsatz in der Reihe der Kreolischen Studien ist dem portugiesisch-basierten Kreol von São Tomé gewidmet:

1.Hugo Schuchardt: «Kreolische Studien I. Ueber das Negerportugiesische von S. Thomé (Westafrika)», in: Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien 105 (1882), S. 889-917.

Weiterhin publizierte er:

2.Hugo Schuchardt: «Kreolische Studien VII. Ueber das Negerportugiesische von Annobom», in: Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien 116/1 (1888), S. 193-226.

3.Hugo Schuchardt: «Beiträge zur Kenntnis des kreolischen Romanisch II. Zum Negerportugiesischen Senegambien», in: Zeitschrift für romanische Philologie 12 (1888), S. 301-312.

4.Hugo Schuchardt: «Beiträge zur Kenntnis des kreolischen Romanisch III. Zum Negerportugiesischen der Kapverden», in: Zeitschrift für romanische Philologie 12 (1888), S. 313-322.

5.Hugo Schuchardt: «Beiträge zur Kenntnis des kreolischen Romanisch I. Allgemeineres über das Negerportugiesische», in: Zeitschrift für romanische Philologie 12 (1888), S. 242-254.

Schuchardt schrieb weiterhin über portugiesische Kreols in Asien und über das Saramakkische in Suriname. Noch 100 Jahre nach Erscheinen dieser Arbeiten werden sie für vergleichende Studien benutzt. Für einige Varietäten, wie z. B. das Kreolische von Annobón, sind auch international nur wenige Untersuchungen hinzugekommen. Schuchardts Publikationen gelten somit immer noch als klassische Arbeiten.

Die kreolistischen Studien von Hugo Schuchardt fanden bis 1945 keine Fortsetzung. Auch Untersuchungen von deutschsprachigen Autoren zum Portugiesischen in Afrika sind mir nicht bekannt. Die Bibliografia Dialectal Galego-Portuguesa (1976) enthält keine diesbezüglichen Eintragungen.

4 Neuere linguistische Afrolusitanistik und Kreolistik

(seit 1945)

4.1 BRD bis 1990 (2)

Die Untersuchung von Sprachkontaktphänomenen in Afrika gehört sowohl zu Aufgabenstellungen der Romanistik als auch der Afrikanistik. Wilhelm Giese untersucht im Jahre 1954 «Portugiesische Lehnwörter in Mbundu (Angola)». Die in der belgischen Zeitschrift Orbis publizierte Studie nimmt als erste wieder die von Schuchardt begonnene Beschäftigung mit afrolusitanistischen Themen auf.

1973 erscheint in Marburg im Selbstverlag die Dissertation von Wilfried Günther zum portugiesischen Kreolisch der Ilha do Príncipe, ein Buch, das bis heute als Grundlagenwerk für das Studium der portugiesischen Kreols in Afrika gilt (Günther 1973).

Wenn man von vereinzelten Untersuchungen zu afrikanischen Wörtern im brasilianischen Portugiesisch absieht, die wir hier nicht mit erfassen, erscheinen erst Anfang der achtziger Jahre weitere afrolusitanistische Aufsätze. Der Mainzer und Bremer Romanist Michael Scotti-Rosin geht auf methodologische Fragen des Studiums der portugiesisch-basierten Kreolsprachen und des Portugiesischen in Afrika ein (Scotti-Rosin 1983). Ungefähr zur gleichen Zeit bezieht der Bochumer Allgemeinlinguist Norbert Boretzky portugiesisch-basierte Kreolsprachen in seine theoretischen Arbeiten zum Sprachwandel ein. Die 1983 erschienene umfangreiche Monographie Kreolsprachen, Substrate und Sprachwandel setzt sich kritisch mit der zur damaligen Zeit das wissenschaftliche Paradigma bestimmenden Arbeit Derek Bickertons, Roots of Language, auseinander und kann, besonders auch mit Beispielen aus den portugiesisch-basierten Kreols, die Rolle der afrikanischen Substratsprachen evident machen (Boretzky 1983). In kürzester Zeit entwickelt sich Bochum in Zusammenarbeit mit der Universität Essen zu einem Zentrum der Kreolsprachenforschung. Das zeigte sich nun durch die seit 1985 an der Universität Essen stattfindenden Colloquia, die von Norbert Boretzky, Werner Enninger und Thomas Stolz organisiert werden. Thomas Stolz, selbst Schüler von Boretzky, kann von 1985 an international beachtete Arbeiten zu morphosyntaktischen und phonologischen Problemen der portugiesisch-basierten Kreolsprachen vorlegen (vgl. Stolz 1985; 1986; 1987a; 1987b; 1989).

Neben Bochum kann man in den achtziger Jahren ein verstärktes Interesse an außereuropäischen Varietäten romanischer Sprachen und an Kreolsprachen am Studienbereich Neue Romania des Instituts für Romanische Philologie der Freien Universität in Berlin feststellen. Ulrich Fleischmann, der besonders als Karibikspezialist bekannt ist, besuchte 1981 mit Ronald Daus, Professor am genannten Institut, und Studenten die Kapverdischen Inseln. Ein Ergebnis des Aufenthalts ist ein in der Zeitschrift Neue Romania erschienener Artikel (Fleischmann 1984). Am gleichen Institut beschäftigte sich Jürgen Lang mit dem Kreolischen der Kapverden und hielt 1988 seinen später veröffentlichten Habilitationsvortrag zu dieser Thematik.

Zum Portugiesischen in Afrika und zur Problematik der Sprachnormen des Portugiesischen äußert sich Michael Scotti-Rosin (1988), zur Sprachenwahl in der kapverdischen Literatur Hans-Peter Heilmair (1988).

In diesem Zusammenhang kann für die Zeit ab ca. 1984 auf die sich entwickelnde Zusammenarbeit zwischen Lusitanisten und Kreolisten an den Universitäten Leipzig, Mainz und Bochum hingewiesen werden. 1987 nahmen Michael Scotti-Rosin, Thomas Stolz und der Schweizer Kollege Philippe Maurer an einer von Matthias Perl veranstalteten Konferenz anläßlich des hundertjährigen Bestehens der Portugiesischausbildung an der Leipziger Universität teil. Die Leipziger Kollegen profitierten besonders von den theoretischen Forschungen der Bochumer Linguisten um Norbert Boretzky. Von Leipzig konnten zahlreiche Informationen an westdeutsche Universitäten über das Portugiesische in Afrika mitgenommen werden, da Leipziger Studenten und einige Mitarbeiter zum Teil längere Zeit in Mosambik, Angola und auf São Tomé verbracht hatten und eine umfangreiche Sammlung von portugiesischsprachigen Zeitungen und Zeitschriften aus Afrika zur Verfügung stand.

Höhepunkt der angebahnten Kooperation war dann im Jahre 1989 die Vorbereitung des von der Volkswagen-Stiftung finanzierten Großprojektes zur Sprachwandelforschung (PROPRINS) der Universitäten Bochum, Essen, Leipzig und des Zentralinstituts für Sprachwissenschaft in Berlin. Am Projekt waren mit Christine Hundt, Matthias Perl (beide aus Leipzig), Thomas Stolz (Bochum) und Petra Thiele (Leipzig, dann Berlin) auch vier Kollegen beteiligt, die besonders zum Portugiesischen in Afrika und/oder zum Kreolportugiesischen arbeiteten. Leider fiel das Projekt in eine Zeit der völligen Auflösung bestehender universitärer Strukturen. Eine Unterstützung seitens der ostdeutschen Universitäten bzw. Institute war nicht gegeben. In der Anfangsphase mußte z. B. noch jeder Brief vor Absendung genehmigt werden. Dennoch konnten mehrere auch international beachtete Publikationen vorgelegt werden. Portugiesisch in Afrika und Kreolischvarietäten wurden zur Belegung von Sprachwandelprozessen stets mit herangezogen.

4.2 DDR

4.2.1 Die ‚Leipziger Schule‘

Die Bezeichnung ‚Leipziger Schule‘ für die zahlreichen Arbeiten zum Portugiesischen in Afrika und zum Kreolportugiesischen wurde erstmals von dem portugiesischen Linguisten Mário Vilela anläßlich des 2. gemeinsamen Kolloquiums der deutschsprachigen Lusitanistik und Katalanistik 1992 in Berlin verwandt. Für die Leipziger Kollegen war das eine Anerkennung von Forschungsleistungen, die zu einer bemerkenswerten Fülle von Publikationen geführt hatte.

Die Nelkenrevolution in Portugal 1974 und die Unabhängigkeit der ehemaligen portugiesischen Kolonien in Afrika (1975) kamen überraschend. Bis 1975 hatte die Lusitanistik an DDR-Universitäten ein kümmerliches Dasein als Drittfach in der Ausbildung von Diplom-Romanisten und Lateinamerikanisten gefristet, da die Beziehungen zu Portugal praktisch inexistent waren und die zu Brasilien jeweils von der politischen Ausrichtung der dortigen Regierung abhingen. Wenige DDR-Romanisten hatten überhaupt die Möglichkeit eines Aufenthalts in einem lusophonen Land, mit Ausnahme der in Rostock tätigen Kollegen, die zum Teil längere Zeit in Brasilien arbeiten konnten.

Sozusagen über Nacht erfuhr das Portugiesische eine Aufwertung. An den Universitäten in Berlin, Leipzig und Rostock wurden in den Studienrichtungen Diplom-Sprachmittler, Diplom-Romanist und Diplom-Erwachsenenbildner nun zahlreiche Studenten immatrikuliert, die zum Teil Portugiesisch als 1. Hauptfach studierten. Mit einer Bewerberzahl von meist 10 zu 1 kamen auch ausgezeichnete Abiturienten in die NC-Fachkombinationen Portugiesisch-Englisch oder Portugiesisch-Französisch (Erwachsenenbildung). Die Kandidaten für die Romanistikausbildung konnten nach vier Semestern aus den besten Studenten der Studiengänge Diplom-Sprachmittler oder Diplom-Lehrer ausgewählt werden. Das führte dazu, daß das Portugiesischstudium mit den besten Studentinnen und Studenten einer Fakultät besetzt war. Mit 187 Wochenstunden portugiesischer Sprachwissenschaft für Studenten der Fachrichtung Diplom-Lehrer für Erwachsenenbildung Portugiesisch-Englisch in acht Semestern konnte ein Kenntnisstand erreicht werden, der meines Wissens auch international kaum überboten werden konnte (vgl. Perl 1994c). Teil des Studiums bildete stets die Beschäftigung mit Varietäten des Portugiesischen in Afrika und mit portugiesisch-basierten Kreolsprachen.

Während des vier- bzw. fünfjährigen Studiums hatten viele Studenten die Möglichkeit, ein Teilstudium an der Universität Eduardo Mondlane in Maputo (Mosambik) aufzunehmen. Bei Sommerkursen in Portugal und Mosambik und natürlich als Dolmetscher in allen anderen lusophonen Ländern Afrikas waren ebenfalls Studenten im Einsatz. Hier muß ergänzt werden, daß es sehr unterschiedliche Gründe für die Genehmigung einer Reise in ein portugiesischsprachiges Land gab. Auch einige Fachkollegen, die eigentlich mit der Portugiesischausbildung nichts zu tun hatten, nahmen derartige Reisen wahr.

Portugiesisch konnte sich an den Universitäten zeitweise als großes Fach etablieren. Zur Sicherung einer breiten wissenschaftlichen Personaldecke wurden Anfang der achtziger Jahre auch mehrere unbefristete Stellen eingerichtet.

An der Universität Leipzig bestand die Möglichkeit, die besten Diplomanden zur Promotion zu führen. 1982 wurde unter Leitung von Matthias Perl eine Forschungsgruppe zur außereuropäischen Romania gebildet. Ein Hauptthema war die Beschäftigung mit dem Portugiesischen und dem Crioulo in Afrika (neben Untersuchungen zum lateinamerikanischen Spanisch und zum brasilianischen Portugiesisch).

Perl konnte 1982 seine Habilitationsschrift «Die Bedeutung des Kreolenportugiesischen für die Herausbildung der Kreolensprachen in der Karibik (unter besonderer Berücksichtigung der kubanischen ‚habla bozal‘)» fertigstellen. Annette Endruschat beschäftigte sich mit dem Portugiesischen in Angola und konnte hierzu ihre Dissertation 1984 erfolgreich abschließen (Endruschat 1984). Doris Leiste untersuchte das Portugiesische in Mosambik (Leiste 1988). Petra Thiele beschäftigte sich mit morphosyntaktischen Problemen des Kreolportugiesischen (Thiele 1988). Cornelia Döll befaßte sich in einer umfangreichen Untersuchung mit Anglizismen in verschiedenen Portugiesischvarietäten (Döll 1989). Auch die 1992 abgeschlossene Dissertation von Christine Hundt zur portugiesischen Phraseologie bezieht Untersuchungen afrikanischer Varietäten mit ein (Hundt 1992).

Die Konzentration auf das Portugiesische und das Crioulo in Afrika hatte, wie oben erwähnt, Gründe, die mit der Hochschulpolitik in der DDR im direkten Zusammenhang standen. Die Leipziger Universität war als Zentrum der Afrika- und Nahostwissenschaften ausgebaut worden. Das hatte für die Romanisten den Vorteil einer engen Zusammenarbeit mit international anerkannten Afrikanisten wie Siegmund Brauner, Karsten Legère, Irmtraud Herms und Karin Huth. Besonders die umfangreichen Kenntnisse zu Bantusprachen von Karsten Legère und zum Kimbundu von Karin Huth ermöglichten Forschungen über Sprachkontakte, die an anderen deutschsprachigen Universitäten nicht möglich gewesen wären.

Hinzu kommt die Tatsache, daß an der Leipziger Universität zu Beginn der achtziger Jahre verstärkt Wert auf Wissenschaftstraditionen gelegt wurde. Das betraf einmal die Leipziger Schule der Junggrammatiker des 19. Jahrhunderts mit Karl Brugmann und August Leskien (Eröffnung eines Leskien-Instituts in Leipzig, Schaffung eines Brugmann-Lehrstuhls für allgemeine Sprachwissenschaft, der für ein Semester auch an Thomas Stolz vergeben wurde), aber auch die Anknüpfung an afrikanistische Traditionen (Stumme, Klingenheben) und Hugo Schuchardt. So war es kein Zufall, daß im Jahre 1985 eine Hochschullehrerstelle für Afrolusitanistik und Kreolistik als ordentliche Universitätsdozentur eingerichtet und Matthias Perl dafür berufen wurde. Dozenturen in der DDR lassen sich am besten noch mit solchen in Österreich vergleichen. Es handelte sich um Hochschullehrerstellen auf Lebenszeit, die geringer bezahlt wurden als Professuren, sonst aber keine Unterschiede aufwiesen. Viele Bereiche wurden von Dozenten geleitet, weil es nicht immer Professoren für bestimmte Gebiete gab.

Die Anfang der achtziger Jahre aufgebauten internationalen Kontakte konnten nun auch weiter entwickelt werden. Hierbei spielten Beziehungen zu Einzelwissenschaftlern eine dominierende Rolle. Willy Bal in Louvain (Belgien), Norbert Boretzky in Bochum, Germán de Granda in Valladolid (Spanien), Alexander Jaruškin in Leningrad (Sowjetunion), Philippe Maurer in Küsnacht (Schweiz), Mariana Ploae Hanganu in Bukarest (Rumänien) und Thomas Stolz in Bochum waren die wichtigsten Kooperationspartner der Leipziger Forschungsgruppe.

Die Université de Haute Bretagne bemühte sich Anfang der achtziger Jahre um ein Kooperationsabkommen mit Leipzig. Jean-Michel Massa, Leiter einer Forschungsgruppe zum Portugiesischen in Afrika, legte einen Kooperationsvertrag vor, dessen Originalfassung aber nicht unterschrieben werden durfte, da es dem Leiter der Leipziger Gruppe, Matthias Perl, nicht erlaubt war, in das westliche Ausland zu reisen. Wer nicht reisen durfte, durfte auch nicht in Verträgen genannt werden. Es kam dennoch ein Vertrag zustande, worin jedoch keine Namen enthalten waren. Die Beziehungen zu Rennes entwickelten sich zu einer soliden Kooperation. Fachkollegen aus Rennes weilten in Leipzig. Eingeladene und Einladungen für andere stellvertretend wahrnehmende Romanisten fuhren nach Frankreich. Beziehungen zu Portugal gab es kaum, da Reisen dorthin nur selten möglich waren und zudem auf portugiesischer Seite wenig Interesse bestand. Um so schneller entwickelten sich Beziehungen zu Fachkollegen in Brasilien, Angola, auf den Kapverden und in den USA.

1989 erschien in Rennes der erste gemeinsame Band zum Portugiesischen in Afrika (Massa / Perl 1989). Bereits 1986 waren einige Beiträge des Bandes im Heft 53 der Linguistischen Arbeitsberichte in Leipzig publiziert worden. Die Kooperation mit den Fachkollegen der Ruhr-Universität Bochum ermöglichte die Zweitauflage des Bandes Matthias Perl (Hrsg.): Beiträge zur Afrolusitanistik und Kreolistik ( Linguistische Studien 172, Berlin 1987) unter gleichem Titel 1989 im Brockmeyer-Verlag Bochum.

Seit Konstituierung der Leipziger Forschungsgruppe Anfang der achtziger Jahre fanden bis 1990 monatliche Sitzungen statt, wo Neuerscheinungen besprochen, Dissertationsberichte vorgetragen wurden und Gäste Vorträge hielten.

In der folgenden Übersicht stelle ich die wichtigsten bis 1990 erschienenen Leipziger Publikationen zu Themen der Afrolusitanistik zusammen. Eine vollständige Übersicht liegt jetzt mit meiner 1995 veröffentlichten Bibliographie zur romanischen Sprachwissenschaft in der DDR (1949-1990) vor. Einen guten Überblick über das Panorama der Leipziger afrolusitanistischen Arbeiten bieten Perl (1985), Perl (1986) und Perl / Döll / Dyrba / Endruschat / Gärtner / Huth / Leiste / Thiele (1989).

Angola

Mit dem Portugiesischen in Angola beschäftigten sich besonders Annette Endruschat und Karin Huth. Letztere hatte in Leningrad Afrikanistik studiert und gehört zu den wenigen Spezialisten für Kimbundu und andere westliche Bantusprachen. Da sie auch über sprachliche Erfahrungen in Angola (Luanda) verfügt, gilt sie als eine der besten Kennerinnen des angolanischen Portugiesisch.

Annette Endruschat beschäftigte sich besonders mit Fragen der Lexikentwicklung, der Wortbildung und soziolinguistischen Problemen (Endruschat 1984; 1986a; 1986b; 1986c; 1990a; 1990b; 1990c; 1990d). Ihre Dissertation erschien 1990 als Beiheft zur Zeitschrift Lusorama. Gemeinsam mit Doris Leiste geht sie auch auf Probleme der Lehre der verschiedenen Portugiesischvarietäten ein (Endruschat / Leiste 1989). Karin Huth beschäftigt sich mit der Sprachsituation in Angola (Huth 1987). Ihre afrikanistische Dissertation zum Kimbundu (Huth 1984) enthält auch interessante Informationen zum Portugiesischen.

Mosambik

Mosambik war das lusophone afrikanische Land, mit dem die DDR die umfangreichsten Beziehungen unterhielt. Das zeigte sich auch in der Möglichkeit für Studenten, ein Semester an der Universität Maputo studieren zu können, an Sommerkursen teilzunehmen oder als Dolmetscher dort zu arbeiten. Die DDR-Universitäten erhielten regelmäßig portugiesischsprachige Tages- und Wochenzeitungen sowie andere Publikationen. Leider sind die Bestände bei der Umgestaltung der Universitäten nach der Wiedervereinigung zum Teil erheblich dezimiert bzw. vernichtet worden.

Doris Leiste beschäftigt sich in ihrer Dissertation intensiv mit dem Portugiesischen in Mosambik (Leiste 1988). Bereits 1986 hatte sie einen Artikel zur Situation des Portugiesischen in Mosambik publiziert (Leiste 1986) und mit Annette Endruschat einen Aufsatz zu afrikanischen Varietäten des Portugiesischen verfaßt. Christine Hundt und Cornelia Döll bezogen das mosambikanische Portugiesisch in vergleichende Studien zur Phraseologie und zu Anglizismen ein (Hundt 1989; Döll 1989). Die Dissertation von Christine Hundt erschien 1994 als Buch. Annekatrin Braun untersucht die Präsenz von Bantuismen im mosambikanischen Portugiesisch (Braun 1984). Susanne Brosz und Ines Klopp beschäftigen sich mit dem Anredeverhalten (Brosz / Klopp 1985). Matthias Perl und Hans Schäfer gehen der Herausbildung von Normen des Portugiesischen in Afrika in Mosambik nach (Perl / Schäfer 1983). Schließlich sei noch die Untersuchung des Afrikanisten Karsten Legère erwähnt, der sich mit Sprachkontakten zwischen Swahili und Portugiesisch beschäftigt (Legère 1989).

Crioulo

Arbeiten zum Crioulo wurden in Leipzig zeitgleich mit solchen zu Varietäten des afrikanischen Portugiesisch begonnen. Aus unterschiedlichen Gründen waren Aufenthalte in den kreolophonen Ländern nur selten möglich. Der Bezug von Presseerzeugnissen geschah daher meist über Fachkollegen in Frankreich.

1982 reichte Matthias Perl seine Habilitationsschrift (Dissertation B) ein (Perl 1982a). Es folgten mehrere Aufsätze zu den portugiesisch-basierten Kreols (Perl 1982b; 1984; 1989a; 1989b; 1990).

Petra Thiele beschäftigte sich besonders mit morphosyntaktischen Problemen. 1988 legte sie ihre Dissertation vor, die 1991 als Buch erschien (vgl. Thiele 1988a; 1988b; 1988c; 1989a; 1989b; 1991a).

Als abschließende Publikation der Leipziger Arbeitsgruppe erschien 1989 ein umfangreicher Band zum Portugiesischen und Crioulo in Afrika, der als Hausdruck der Karl-Marx-Universität publiziert wurde (Perl / Döll / Dyrba / Endruschat / Gärtner / Huth / Leiste / Thiele 1989). Daran hatten mehrere Leipziger Fachkollegen unter Leitung von Matthias Perl mitgearbeitet. Auch Eberhard Gärtner, damals Lektor an der Technischen Universität in Dresden, verfaßte ein Kapitel. Das Buch wurde dann dankenswerterweise von den Kollegen der Universitäten Essen und Bochum in ihre Reihe zur Sprachwandelforschung aufgenommen und erschien in einer zweiten Auflage 1994 in Bochum. Die Überarbeitung einzelner Kapitel hatten Christine Hundt und besonders Cornelia Döll besorgt. Die Endredaktion betreute wieder Matthias Perl (Perl / Döll / Dyrba / Endruschat / Gärtner / Huth / Leiste / Thiele 1994a).

An dieser Stelle soll auf die Problematik von Publikationsmöglichkeiten für die linguistische Lusitanistik hingewiesen werden. Kaum ein deutscher Verlag ist bereit, ohne erheblichen Druckkostenzuschuß deutschsprachige oder gar portugiesischsprachige Monographien oder Sammelbände zu drucken, da weltweit selten mehr als 50 Exemplare verkauft werden können; lediglich die Verlage TFM und Domus Editoria Europaea haben sich bisher bemüht, lusitanistische Monographien und Sammelbände ohne Zuschüsse herauszubringen, so daß von mittlerweile 23 Beiheften zu Lusorama nur drei von den jeweiligen Autoren bezuschußt werden mußten. Dabei zeigte sich, daß Publikationen in deutscher Sprache sogar einen besseren Absatz finden als solche auf portugiesisch. Infolge der weltweiten elektronischen Vernetzung der Bibliotheken sinkt allerdings die Nachfrage nach nicht-englischsprachigem wissenschaftlichem Schrifttum beständig, so daß wissenschaftliche Bücher sowohl für ihre Verfasser wie für die Käufer immer teurer werden.

4.2.2 Andere (Berlin und Dresden)

An anderen Universitäten untersuchte man ebenfalls das Portugiesische in Afrika. An der Berliner Humboldt-Universität war es Johannes Klare, der mit seinem Schüler Frank Sieke einen Aufsatz zur Sprachpolitik in Mosambik verfaßte (Klare / Sieke 1983) und der sich zur Normendiskussion für das Portugiesische in Afrika äußerte (Klare 1985).

Der Dresdner Eberhard Gärtner beschäftigte sich besonders mit Fragen der Morphosyntax in afrikanischen Portugiesischvarietäten (Gärtner 1983; 1986a; 1986b; 1986c; 1989).

Obwohl es auch an der Universität Rostock über viele Jahre eine Portugiesischausbildung gab, lag der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Beschäftigung dort auf der brasilianischen Varietät.

Wenn man bedenkt, daß die Beschäftigung mit dem Portugiesischen in Afrika und mit Kreolsprachen für die meisten Fachkollegen nicht das ausschließliche Arbeitsgebiet war, sind die Ergebnisse bemerkenswert.

4.3 Österreich und Schweiz bis 1990

Linguistische Arbeiten zum Portugiesischen in Afrika sind mir aus Österreich und der Schweiz nicht bekannt, wobei es schwierig ist, eine Abgrenzung vorzunehmen, da deutsche Romanisten in Österreich und der Schweiz tätig sind bzw. Österreicher und Schweizer in Deutschland. Es kann somit immer nur der Hochschulort als Anhaltspunkt genommen werden. Es muß noch einmal betont werden, daß Arbeiten zu Kreolsprachen außerhalb von Afrika hier nicht berücksichtigt werden, sonst wären natürlich die bis 1990 erschienenen wichtigen Publikationen von Philippe Maurer (Küsnacht) zum Papiamentu zu nennen.

4.4 Die Übergangsphase

Bereits ab 1988 veränderten sich die Arbeitsbedingungen für die Romanisten in der DDR. Einladungen an auswärtige Wissenschaftler waren nun fast problemlos möglich. Der internationale Austausch bestand freilich auch immer schon zuvor. Ausländische Gäste waren stets erstaunt, daß man in Leipzig die einschlägige Forschungsliteratur sehr gut kannte. Oft hatten auswärtige Fachkollegen oder Zeitschriftenredaktionen diese im Tausch zur Verfügung gestellt. 1983 waren 14 Gäste aus Spanien, der CSSR, Ungarn, Dänemark, Rumänien, Österreich und Kuba zu Gast in Leipzig, 1984 waren es bereits 21, 1985 dann 24, 1986 und 1987 insgesamt 18. Ab 1988 gab es praktisch keine Beschränkungen mehr.

Nach und nach wurden mehr Romanisten Reisen ins Ausland, sowohl privat als auch dienstlich, gestattet. 1989 erhielten sogar diejenigen Kollegen die Genehmigung, Einladungen zur Mitarbeit in wissenschaftlichen Gremien zu folgen, denen dies bis dahin versagt geblieben war. Dies hatte vorher zu der kuriosen Situation geführt, daß manche Romanisten auf Konferenzen vertreten waren, zu denen sie gar keine Einladung erhalten hatten. Diese Tatsache führte zu einer erheblichen Verzerrung des Bildes der DDR-Romanistik. Da einige Fachkollegen alle eigenen und auch andere Einladungen wahrnehmen konnten, wurden diese dann auch in verschiedene internationale Gremien gewählt. Denjenigen, die nicht reisen durften, war auch eine Mitarbeit in internationalen Vereinigungen und in Zeitschriftenbeiräten untersagt. Nun setzte eine Normalisierung ein.

Für das Gebiet der Afrolusitanistik und Kreolistik wurde Matthias Perl zum Mitbegründer einer internationalen Fachzeitschrift in Brasília berufen. Zusammen mit Alain Kihm (Paris) und John Holm (New York) gibt er seit dieser Zeit mit Hildo Honório do Couto (Brasília) die Zeitschrift Papia heraus. Gleichzeitig wurde er zum Fachgutachter und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift Journal of Pidgin and Creole Languages (Amsterdam/Philadelphia) bestellt.

Ein entscheidender Durchbruch für die Zusammenarbeit der Lusitanisten und somit auch der Afrolusitanisten und Kreolisten war die Organisation und Durchführung des 1. gemeinsamen Kolloquiums der deutschsprachigen Lusitanistik und Katalanistik in Berlin vom 20.-23. September 1990. Der Plan hierfür ging von Axel Schönberger (Frankfurt am Main) und Matthias Perl aus. Während eines Aufenthalts von Axel Schönberger in Leipzig Anfang 1990 besprachen und planten beide das erste Treffen der deutschsprachigen Lusitanisten (und Katalanisten) unmittelbar vor der Wiedervereinigung Deutschlands.

In der Zeit von 1989 bis 1992 wurden weitere afrolusitanistische Publikationen abgeschlossen. Auf dem genannten Berliner Kolloquium fand eine Sektion zum Thema Das Portugiesische in Afrika und Asien: Linguistik statt. Die Vorträge der vier Leipziger bzw. ehemals Leipziger Referentinnen wurden von den Sektionsleitern herausgegeben (Perl / Schönberger 1991).

In der Umgestaltungsphase der ostdeutschen Universitäten wurden die Meinungen der am Ort befindlichen Romanisten und die Empfehlungen des Bonner Wissenschaftsrates in unterschiedlicher Weise berücksichtigt. Schon bald zeigte es sich, daß auf einige Universitäten die an westdeutschen Hochschulen übliche Stellenverteilung übertragen wurde. In Leipzig war das nicht der Fall, da eine kleine Kommission von gewählten Vertretern der Fachbereiche bzw. der Institute mitbestimmen konnte. Dies hatte für die Afrolusitanistik und Kreolistik den Vorteil, daß – gemäß der positiven Evaluierung dieser Gebiete durch den Wissenschaftsrat – eine Professorenstelle geplant werden konnte, durch welche auch diese Gebiete mitvertreten werden hätten können. Auch eine Mittelbaustelle wurde den beiden Gebieten zugestanden.

Während für die C4-Professur «Romanische Sprachwissenschaft II» in der ursprünglichen Ausschreibung im Sommer 1992 noch die Fächer Spanisch (Synchrone Sprachwissenschaft und Varietäten), Portugiesisch und Kreolistik eigens erwähnt wurden und die afrolusitanistische Spezialisierung gewünscht war, wurden in der zweiten Ausschreibung Schwerpunkte verschoben und die Professur neu definiert. (Die Bewerberin/der Bewerber soll die sprachwissenschaftliche Hispanistik und Lusitanistik in ganzer Breite synchron und diachron beherrschen und die Leipziger Tradition der Kreolistik fortführen.)

Dieses Beispiel mag zeigen, daß nicht immer Planungen von meist ortsfremden Beamten bei den Weichenstellungen der Romanistik in den neuen Bundesländern umgesetzt wurden, sondern daß ebenso oft sehr persönliche Entscheidungen möglich waren und ein Kontrollgremium meist noch fehlte.

4.5 Deutschland, Österreich und Schweiz seit 1990

Die afrolusitanistische und kreolistische Forschung wurde auch nach 1990 fortgesetzt. Von der bis 1989/1990 in Leipzig existenten Forschungsgruppe verblieben Cornelia Döll, Annette Endruschat, Christine Hundt und Doris Leiste in Leipzig, Sybille Große war nun an der Universität Potsdam tätig und Petra Thiele an der Nachfolgeeinrichtung des Zentralinstituts für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Matthias Perl hatte 1992 einen Ruf an das Institut für Spanische und Portugiesische Sprache und Kultur der Universität Mainz angenommen.

Der Zerfall der universitären Strukturen an den ostdeutschen Universitäten (Abwicklung der Afrikanistik in Leipzig, Auflösung der Wissenschaftsbereiche und Neugründung der Institute für Romanistik, Abwicklung des Zentralinstituts für Sprachwissenschaft) führte auch zu einer Veränderung der Forschungsrichtungen.

Kreolistik

Kreolistische Forschungen wurden weiterhin von den Allgemeinlinguisten in Bochum (Norbert Boretzky und Thomas Stolz) und Berlin (Petra Thiele) durchgeführt sowie von dem Schweizer Kollegen Philippe Maurer (Küsnacht), der Feldforschungen in São Tomé begann. Der Romanist Jürgen Lang (Erlangen) führte sein Forschungsprojekt, dessen Ziel die synchrone Beschreibung von Wortschatz und Grammatik des portugiesischen Kreols der Insel Santiago (Kapverden) ist, weiter. Seit Beginn der neunziger Jahre beschäftigt sich die Göttinger Romanistin Angela Bartens mit Kreolsprachen und bezieht dabei die Lusokreolsprachen in Afrika ein. Matthias Perl (Mainz) ging im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der Universität Amsterdam (Jacques Arends) verstärkt auf das Saramakkische in Suriname ein. Hierauf soll jedoch nicht weiter verwiesen werden, da das Saramakkische zwar diachronisch betrachtet in engem Zusammenhang mit den portugiesischen Kreols bzw. dem Portugiesischen in Westafrika steht, synchron gesehen aber als eine hauptsächlich englisch-basierte Kreolsprache angesehen wird (vgl. Arends / Perl 1995).

Auf dem 2. gemeinsamen Kolloquium der deutschsprachigen Lusitanistik und Katalanistik in Berlin (10.-12. September 1992) leiteten Matthias Perl und Petra Thiele eine Sektion zu portugiesisch-basierten Kreols. Die Vorträge erschienen 1993 in einem Sammelband (Perl / Schönberger / Thiele 1993). 1994 fand im September an der Universität Brasília das erste Kolloquium zu spanisch- und portugiesisch-basierten Kreols statt. Mit Beiträgen von Angela Bartens, Sybille Große / Matthias Perl, Jürgen Lang, Petra Thiele und Klaus Zimmermann war die deutschsprachige Kreolistik gut vertreten, ja nach den Gastgebern die stärkste ausländische Gruppe überhaupt.

Das zweite Kolloquium zu dieser Thematik fand im Oktober 1996 am Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin statt. Hieran nahmen die international bekanntesten Kreolisten teil.

Petra Thiele (Berlin) konnte trotz der genannten Einschnitte wichtige Arbeiten zu den portugiesisch-basierten Kreols vorlegen (Thiele 1991a; 1991b; 1991c; 1991d; 1992a; 1992b; 1993a; 1993b; 1994a; 1994b; 1994c; 1994d).

Jürgen Lang (Erlangen) beschäftigt sich weiterhin besonders mit dem kapverdischen Kreolisch (Lang 1990; 1991; 1993; 1994a; 1994b).

Angela Bartens (Göttingen) bezieht in ihre Untersuchungen immer auch die portugiesisch-basierten Kreolsprachen in Afrika ein. 1995 erschien die Buchfassung ihrer Göttinger Dissertation. Weitere für unsere Thematik wichtige Arbeiten sind Bartens (1994) (ein Vergleich grammatischer Strukturen des umgangssprachlichen brasilianischen Portugiesisch mit kreolischen), (1995a; 1995b).

Philippe Maurer (Küsnacht) untersucht nach Abschluß seiner Arbeiten zum Papiamentu die auf São Tomé gesprochenen Kreols. Seine Arbeiten beruhen auf Feldforschungen. Ergebnisse seiner Studien sind folgende Publikationen: Maurer (1992) und Maurer (1995).

Afrolusitanistik

Die Beschäftigung mit Varietäten des Portugiesischen in Afrika konnte von mehreren Romanisten weitergeführt werden, wenngleich die Forschungsschwerpunkte etwas verändert werden mußten. Bis 1992/1993 erschienen noch Aufsätze, die hauptsächlich mit den Dissertationsschriften zusammenhingen. Christine Hundt (Leipzig) und Matthias Perl (Mainz) bezogen Beispiele aus dem Kreolischen und aus Portugiesischvarietäten in Afrika in Untersuchungen zum Sprachwandel ein (Hundt / Perl 1992).

Die Beziehungen zur Universität Rennes gestalteten sich nunmehr individuell. Christine Hundt, Dieter Messner (Salzburg) und Matthias Perl nahmen im September 1994 auf Einladung der dortigen Forschungsgruppe zum Portugiesischen in Afrika an einer internationalen Konferenz zum außereuropäischen Portugiesisch teil. Die Konferenz war eine der wichtigsten lusitanistischen Veranstaltungen der letzten Jahre außerhalb Portugals mit zahlreichen Vertretern aus allen lusophonen Ländern und der Einweihung einer afrolusitanistischen Spezialbibliothek. Im gleichen Jahr steuerte Matthias Perl zum Portugiesisch-Band des Lexikons der Romanistischen Linguistikeinen Beitrag über das Portugiesische in Afrika (Perl 1994b) bei.

Angola

Annette Endruschat (Leipzig) gilt weiterhin als Spezialistin für das angolanische Portugiesisch (vgl. Endruschat 1991). Mit Karin Huth (Leipzig) untersuchte sie auch Probleme des portugiesisch-afrikanischen Sprachkontaktes in Angola (Endruschat / Huth 1993). Karin Huth ging außerdem auf die Beeinflussung des Kimbundu durch das Portugiesische ein (Huth 1991). Mit der Frage der Sprachverwendung in der angolanischen Literatur beschäftigen sich Matthias Perl (Mainz) und Christine Hundt (Leipzig) (Perl/Hundt 1991).

Mosambik

Cornelia Döll (Leipzig) stellt Ergebnisse ihrer Dissertation in einem Beitrag zur Verwendung von Anglizismen in der Tagespresse in Portugal und Mosambik vor: Döll (1991). Doris Leiste (Leipzig) berichtet über die lexikalische Entwicklung in Mosambik und über die Sprachpolitik: Leiste (1991a; 1991b).

Die deutschsprachige afrolusitanistische Forschung und die Beschäftigung mit den portugiesischen Kreolsprachen in Afrika besetzt ohne Zweifel in der internationalen Romanistik und Kreolistik eine führende Position. Mit ca. 20 einschlägigen Buchpublikationen bzw. Dissertationen und 76 Aufsätzen kann sich diese Bilanz sehen lassen.

Das Problem der internationalen Rezeption der meist deutschsprachigen Arbeiten muß abschließend besonders erwähnt werden. Portugiesische Veröffentlichungen werden im nichtlusophonen Ausland nur von Lusitanisten zur Kenntnis genommen. Viele portugiesische Linguisten schreiben daher ihre Beiträge in französischer Sprache. Deutschsprachige Publikationen werden in den lusophonen Ländern fast überhaupt nicht gelesen. Selbst im anglophonen Ausland kommt es immer wieder zu kuriosen Situationen, da z. B. Rezensenten entweder deutsche Sprachkenntnisse haben oder aber Spezialisten für das Portugiesische in Afrika oder Kreolsprachen sind. Eine Kombination ist selten anzutreffen. Im Gegensatz dazu kann sich ein deutschsprachiger Romanist nicht entschuldigen, daß er eine relevante Publikation in einer gängigen Sprache nicht rezipiert hat.

Bestes Beispiel hierfür ist die Äußerung des Herausgebers der sonst international sehr angesehenen Zeitschrift Journal of Pidgin and Creole Languages, des US-Amerikaners Glenn Gilbert, der deutsche Publikationen lesen kann. In einer meines Erachtens nicht immer berechtigt kritischen Rezension stellt er fest: «Portuguese contact linguistics and Portuguese Creole linguistics have a long way to go in Germany» (Gilbert 1994). Ein deutschsprachiger Lusitanist und Kreolist kann darauf eigentlich nur antworten: «The long way depends on the distance to the place where a reviewer is located. Some people live too far away from international discussion.»

Die linguistischen Untersuchungen zum Portugiesischen in Afrika und das Studium der dort gesprochenen portugiesisch-basierten Kreolsprachen haben für die theoretische Linguistik bemerkenswerte Ergebnisse erbracht. Die Rolle der Substratsprachen bei der Kreolgenese, das Phänomen der Kontamination oder conflation in Sprachkontaktsituationen, die Sprachwandelphänomene im morphologischen Bereich als Reaktion auf phonologische Veränderungen, Interferenzprobleme bei bilingualen Sprechern, Fragen von Sprachprestige und nationaler Identität und weitere Themen haben gezeigt, daß die Beschäftigung mit Portugiesisch- und Kreolischvarietäten in Afrika spannend sein kann und neue sprachwissenschaftliche Erkenntnisse bringt.

5 Bibliographie

Allgemeine Historie (1748): Allgemeine Historie der Reisen zu Wasser und zu Lande; oder Sammlung aller Reisebeschreibungen […],Band 3, Leipzig: Arkstee & Merkus.

Arends, Jacques / Matthias Perl (1995): Early Suriname Creole Texts: A Collection of 18th-Century Sranan and Saramaccan Documents, Frankfurt am Main; Madrid: Vervuert.

Bartens, Angela (1994): «A língua popular brasileira em dois romances de Jorge Amado: poder-se-á aprender algo de fontes literárias», in: Biblos 70, S. 449-466.

Bartens, Angela (1995a): Die iberoromanisch-basierten Kreolsprachen, Frankfurt am Main: Peter Lang.

Bartens, Angela (1995b): «A expressão do aspecto inceptivo nos crioulos: quão diferentes são os crioulos de base ibero-românica?», in: Papia 1, S. 11-20.

Bastian, Adolf (1874-1875): Die deutsche Expedition an der Loango-Küste, nebst älteren Nachrichten über die zu erforschenden Länder, Jena: Costenoble.

Bibliografia (1976): Bibliografia Dialectal Galego-Portuguesa, Lisboa: Centro de Linguística das Universidades de Lisboa.

Boretzky, Norbert (1983): Kreolsprachen, Substrate und Sprachwandel, Wiesbaden: Harrassowitz.

Braun, Annekatrin (1984): «Bantuismen im Portugiesischen Moçambiques», in: Zeitschrift für Phonetik, Sprachwissenschaft und Kommunikationsforschung 5, S. 558-563.

Brosz, Susanne / Klopp, Ines (1985): «Ergebnisse einer Befragung zur Anrede im Portugiesischen Moçambique», in:Linguistische Arbeitsberichte 51, S. 85-89.

Brunner, Samuel (1840): Reise nach Senegambien und den Inseln des grünen Vorgebürges im Jahre 1838, Bern: Haller.

Dantzig, Gotthart Arthus von (1603): Wahrhafftige Historische Beschreibung deß gewaltigen Goltreichen Königreichs Guinea, sonst das Goltgestatt von Mina genandt / son in Africa gelegen / sampt derselben gantzen Beschaffenheit / auch Religion und Opinion / Sitten und Sprachen / Handel und Wandel der Eynwohner daselbst / beneben einer kutzen Erzehlung was die Schiffe / so dahin fahren wollen / für einen Lauff durch die Canarische Inseln: biß an das Cabo de Tres punctas, da das Goltgestatt sich anfanget / halten müssen, Franckfurt am Mayn.

Dapper, Olfert (1671): Umbstaendliche und eigentliche Beschreibung von Africa, und denen dazu gehörigen Königreichen und Landschaften, Amsterdam: J. von Meurs.

Degenhardt, Ruth / Stolz, Thomas / Ulferts, Hella (Hrsg.) (1997): Afrolusitanistik: eine vergessene Disziplin in Deutschland? Dokumentation des 2. Bremer Afro-Romania Kolloquiums vom 27.-29. Juni 1996, Bremen: Universität Bremen (Bremer Beiträge zur Afro-Romania; Bd. 2).

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Anmerkungen:

1. Dieser Beitrag wurde zuerst in Degenhardt / Stolz / Ulferts (1997: 18-59) veröffentlicht.

2. In meiner Darstellung erfasse ich nur Arbeiten der deutschsprachigen Afrolusitanistik, d. h. von deutschsprachigen Autoren aus Österreich, der Schweiz und Deutschland. Ich möchte daher an dieser Stelle explizit auf die drei portugiesischen Fachkollegen hinweisen, die auch zu dieser Thematik in Deutschland publiziert haben: Maria Fernanda Silva-Brummel (Mainz), Luciano José Caetano da Rosa (Mainz) und José Azevedo do Campo (Rostock).